In Hessen wird wieder Astrazeneca verabreicht. Nach der kurzfristigen Wiederfreigabe des Corona-Vakzins werden seit Freitag vorrangig Risikoberufsgruppen geimpft. Frankfurt geht sogar schon einen Schritt weiter.

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Ab sofort kann in Hessen wieder mit Astrazeneca geimpft werden. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) habe festgestellt, dass nach einer Impfung mit dem Vakzin kein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel bestehe, begründete das Ministerium diesen Schritt. Auch das Bundesgesundheitsministerium, das Paul Ehrlich-Institut und die Ständige Impfkommission hätten den Impfstoff als unbedenklich eingestuft.

Bereits am Freitag geht es nun wieder weiter - und zwar für die priorisierten Berufsgruppen wie Lehrkräfte und Erzieherinnen. Wer bereits einen Termin für Freitag erhalten habe, solle diesen auch wahrnehmen, so das Innenministerium. Ab Samstag finden dann auch wieder Impftermine für die Risikogruppen in den 28 Impfzentren statt. Die Stadt Frankfurt teilte mit, seit Freitagmorgen werde wieder mit Astrazeneca geimpft. Jeder und jede, die für Freitag einen Termin hatten, könnten den ganzen Tag über ins Impfzentrum kommen und würden geimpft.

EMA: Astrazeneca erhöht nicht das Thrombose-Risiko

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) rief die Hessinnen und Hessen dazu auf, sich auch mit dem schwedisch-britischen Präparat impfen zu lassen. "Wenn ich einen Impftermin habe und mir Astrazeneca angeboten wird, werde ich dieses Angebot annehmen", sagte Bouffier. Jede Impfung sei besser, als ohne Schutz zu bleiben.

Am Montag hatte die Bundesregierung entschieden, die Impfung mit Astrazeneca vorsorglich auszusetzen. Sie folgte damit einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Zuvor waren sieben Fälle einer speziellen Thrombose bei Geimpften bekannt geworden. Der Impfstoff Astrazeneca steht nach neueren Erkenntnissen der EMA aber nicht im Zusammenhang mit einem erhöhten Thrombose-Risiko. Sie stufte den Impfstoff am Donnerstag weiterhin als sicher ein.

Ersatztermine "so bald wie möglich"

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Impfung in Niedersachsen (dpa)
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In Hessen wurden in dieser Woche rund 24.000 Termine ausgesetzt. Nach Aussage des Innenministeriums sollen die Betroffenen, "sobald es möglich ist", Ersatztermine erhalten. Sie würden bei der Terminvergabe vorrangig behandelt. "Schon in der kommenden Woche werden die Betroffenen weitere Informationen zu ihren persönlichen Terminen erhalten", versprach das Ministerium.

Nutzerinnen und Nutzer von hessenschau.de hatten darüber geklagt, dass sie über die Absage ihrer Impftermine nicht informiert worden seien und davon erst im Impfzentrum erfahren hätten. Die Stadt Frankfurt teilte dazu auf Anfrage mit, die Stadt habe die Information zum Impfstopp sehr kurzfristig erhalten. Lehrkräfte, Erzieher, Polizei- und Ordnungskräfte, die ihre Termine über das Portal der Stadt vereinbart hätten, habe das Gesundheitsamt informiert. Über die Termine, die über die Landeshotline vergeben wurden, könne die Stadt keine Auskunft geben.

Das Innenministerium teilte dazu auf Anfrage mit, die Termine seien sukzessive spätestens einen Tag vorher abgesagt worden. "Uns liegen wenige Rückmeldungen über die Impfzentren vor, dass einzelne Personen angaben, nicht informiert worden zu sein", teilte ein Sprecher mit. Vereinzelt seien Betroffene dann mit anderen Vakzinen wie Biontech geimpft worden. Es habe zumindest keinen technischen Fehler gegeben, der dazu geführt hätte, dass eine größere Anzahl keine Absage erhielt. "Bei vielen tausend Betroffenen kann es aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt diese Personen nicht erreicht werden konnten."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.03.2021, 16.45 Uhr