Demonstranten und Polizei in Chemnitz
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Nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz hat Sachsens Ministerpräsident Kretschmer in der Stadt mit Bürgern diskutiert. Bereitschaftspolizisten aus Hessen sorgten mit für Sicherheit.

60 Bereitschaftspolizisten aus Hessen haben bei dem Treffen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit Chemnitzer Bürgern am Donnerstagabend mit für die Sicherheit gesorgt. Das hatte ein Sprecher des Innenministeriums im Vorfeld angekündigt. Die sächsischen Kollegen hätten zuvor eine entsprechende Anfrage gestellt.

Hooligans und Neonazis ziehen durch Chemnitz

Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen hatte es in Chemnitz Demonstrationen mit Übergriffen auf Ausländer gegeben. Tatverdächtig für die Tötung des Deutschen sind ein 22-jähriger Iraker und ein 23 Jahre alter Syrer. Danach waren rechte Gruppierungen, gewaltbereite Hooligans und Neonazis an mehreren Tagen durch Chemnitz gezogen.

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Kretschmer kam mit mehreren Mitgliedern seines Kabinetts im Rahmen einer Veranstaltungsreihe nach Chemnitz. Das sogenannte Sachsengespräch führte ihn bereits quer durch Sachsen. Der Termin stand schon fest, bevor es zu den Ausschreitungen kam.

Vor etwa 500 Zuhörern rief Kretschmer die Chemnitzer auf, eine klare Grenze zu Rechtsextremisten zu ziehen. Gleichzeitig wolle er sich gegen eine pauschale Verurteilung aller Bürger als Anhänger rechter Losungen stemmen.

Bundespolizei und Bereitschaftspolizei im Einsatz

Zeitgleich zu dem Auftritt des sächsischen Regierungschefs hatte die rechtspopulistische Bewegung "Pro Chemnitz" zu einer Demonstration aufgerufen. Etwa 900 Menschen folgten nach Behördenangaben dem Aufruf.

Die sächsische Polizei sicherte einer Ankündigung zufolge beide Veranstaltungen auch mit Hilfe von Einsatzkräften der Bundespolizei sowie Bereitschaftspolizei aus fünf Bundesländern ab. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 30.8.2018, 19.30 Uhr