Leuchtreklame Großveranstaltung

Erst war es nur eine Empfehlung, nun weist Sozialminister Klose wegen des Coronavirus die Absage von Großveranstaltungen offiziell an. Davon betroffen ist auch die Luminale.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verfügung zum Verbot von Großveranstaltungen

Bildkombo Corona, Publikum in Festhalle
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Um einer Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, wird Sozialminister Kai Klose (Grüne) anweisen, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen in Hessen flächendeckend abgesagt werden müssen. Das kündigte er am Donnerstag bei Twitter an.

Klose begründete das unter anderem mit dem "uneinheitlichen Umgang mit den bestehenden Empfehlungen in den Kommunen". Mit der Anweisung folge Hessen den neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts im Umgang mit Großveranstaltungen.

Aufgrund der neuen @rki_de -Empfehlungen zum Umgang mit Großveranstaltungen und dem uneinheitlichen Umgang mit den bestehenden Empfehlungen in den Kommunen werde ich heute anweisen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen abzusagen. #coronavirus @SozialHessen @RegHessen

[zum Tweet]

Bis 10. April Absage größerer Veranstaltungen

Klose zufolge gilt die Verfügung spätestens ab Freitag um 8 Uhr und zunächst bis zum 10. April. Sie betrifft Sportveranstaltungen, Kongresse, Messen, Tagungen, Hauptversammlungen von Unternehmen, sowie Theater und Konzerte. Es werde dabei nicht zwischen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel unterschieden, sagte der Minister. Rechtliche Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz. Regressansprüche von Veranstaltern entstünden aus der Weisung erstmal keine. Die Untersagung von Veranstaltungen erfolge durch die Gesundheitsämter. "Sie bleiben diejenigen, die das anordnen", sagte Klose.

Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit geht nach Kloses Worten nicht nur von der Veranstaltung selbst aus, sondern auch von der An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Schulen, Unis und Kitas keine "Veranstaltungen"

Nicht unter den Veranstaltungsbegriff fällt laut Ministerium der Besuch von Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten sowie der Besuch von Betreuungseinrichtungen für Kinder unter 16 Jahren.

Am Dienstag hatte das Ministerium empfohlen, Großveranstaltungen zu canceln, die Entscheidung aber in letzter Instanz den Kommunen überlassen. Die Gefahr einer Virusübertragung bei großen Menschenansammlungen, insbesondere in geschlossenen Räumen, könne nicht sicher beurteilt werden, hieß es. "Wenn Teilnehmer aus vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten zu erwarten sind, legen wir die Absage auch bei einer niedrigeren zu erwartenden Teilnehmendenzahl als 1.000 nahe", hatte Klose am Dienstag gesagt.

Luminale fällt aus, Großdemo abgesagt

Weitere Informationen

hr-Absagen

Hier finden Sie eine Übersicht zu abgesagten und verschobenen hr-Veranstaltungen. Informationen zu Rückabwicklungsmodalitäten erhalten Sie hier.

Ende der weiteren Informationen

Als erste Großveranstaltung wurde nach Bekanntwerden der neuen Anweisung am Donnerstagmittag die Luminale kurzfristig abgesagt. Das Lichter-Festival, das von Donnerstag bis Sonntag in Frankfurt und Offenbach stattfinden sollte, falle aus, teilte die Stadt Frankfurt mit. "Aufgrund der aktuellen Auflagen der Gesundheitsbehörden, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zu untersagen, hat sich die Messe Frankfurt als Veranstalterin der Luminale kurzfristig entschieden, das Lichtfestival abzusagen", hieß es in einer Mitteilung.

Auch eine für Samstag in Frankfurt geplante Großdemonstration anlässlich des Anschlags von Hanau fällt aus. Rund 10.000 Menschen wollten gegen Rassismus auf die Straße gehen, wie die Stadt mitteilte. Am Donnerstag habe der Initiatorenkreis die Demo, die unter dem Motto "Frankfurt ist bunt: All we need is love – kein Platz für Hass und Gewalt" stand, wegen des Coronavirus abgesagt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte: "Ich halte den Entschluss der Initiatoren für richtig, nun erstmal die weitere Entwicklung der Pandemie abzuwarten."

Eintracht-Spiele ohne Fans

Welche weiteren Veranstaltungen im Einzelnen von der neuen Anordnung betroffen sein werden, ist derzeit noch offen. Mögliche Auswirkungen hat das Verbot auch auf kleinere Märkte und Stadtfeste. Informationen erteilen die jeweiligen Veranstalter.

Dass Eintracht Frankfurt zumindest seine beiden nächsten Pflichtspiele vor leeren Rängen austragen muss, war bereits am Mittwoch klar. Nach der Partie gegen Mönchengladbach am Sonntag war nach einigem Hick-Hack auch die Begegnung gegen Basel am Donnerstagabend zum Geisterspiel erklärt worden. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt hatte erst verkündet, Zuschauer unter Auflagen zuzulassen, seine Entscheidung später aber zurückgenommen.

Sendung: hr-iNFO, 12.03.2020, 14 Uhr