Martin Weghofer richtet einen Teller an

Mit seinen 24 Jahren hat Martin Weghofer bereits das geschafft, wovon viele Köche ein Leben lang träumen. Vom Guide Michelin wurde er mit einem Stern ausgezeichnet – und ist damit Hessens jüngster Sternekoch.

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Er ist Hessens jüngster Sternekoch

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Mit kritischem Blick beäugt Martin Weghofer die Jakobsmuschel, die er gerade in Butter gebraten hat. "Die Herausforderung hier ist, dass sie innen glasig bleibt und außen eine leichte Kruste hat", erklärt der Frankfurter Koch und setzt sie vorsichtig auf einen Teller. Danach greift er zu einer schmalen Edelstahl-Pinzette und dekoriert sein Gericht mit kleinen gelben Essblüten.

Bei seinen Gourmet-Kreationen soll jedes Detail stimmen – äußerlich sowie natürlich beim Geschmack. Die Jakobsmuschel ist Teil eines Sieben-Gänge-Menüs. "Bei uns geht es immer um Feinheiten und um das gewisse Etwas", sagt Weghofer und lächelt. Er ist zufrieden mit seinem Zwischengang, der einem kleinen Kunstwerk gleicht.

Angerichtete Jakobsmuschel und Karotte

Hessens jüngster Sternekoch

Seit zweieinhalb Jahren leitet Martin Weghofer die Küche im Maintower Restaurant & Lounge in Frankfurt. Dass er als Chefkoch das "gewisse Etwas" hat, wurde jetzt ganz offiziell bestätigt: vom Guide Michelin. Anfang des Monats wurden er und sein Team mit einem Stern ausgezeichnet. Ein großer Erfolg für den 24-Jährigen.

"Ein Stern ist wie ein Ritterschlag und einfach eine Riesenehre", sagt er. Schon zu Ausbildungszeiten habe er davon geträumt, irgendwann mal einen Stern zu bekommen. Dass er es aber bereits jetzt geschafft hat, freut ihn sehr. "Das ist der Erfolg des ganzen Teams", betont der Küchenchef immer wieder.

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Sterne-Restaurants in Hessen

In Hessen gibt es insgesamt 17 Restaurants, die vom Restaurantguide "Guide Michelin" mit einem Stern ausgezeichnet wurden. Erstmals mit einem Stern ausgezeichnet wurden in diesem Jahr das "Ox" in Darmstadt sowie die "Masa Japanese Cuisine" und das "Maintower Restaurant & Lounge" in Frankfurt. Mit den Restaurants "Lafleur" und "Gustav" in Frankfurt gibt es in Hessen außerdem zwei 2-Sterne-Restaurants.

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Schon mit 15 Jahren fing Weghofer seine Ausbildung zum Koch an - im Nordhessischen Hotel Kloster Haydau. Wirklich geplant war dieser Werdegang aber eigentlich nie: "Mein Opa hat immer gesagt, dass ich mal Koch werde. Aber ich würde sagen: Ich bin da eher so reingerutscht".

Aufgewachsen ist Weghofer in einer Gastronomiefamilie in Rotenburg an der Fulda. Auch seine Eltern sind gelernte Köche. Dass der Beruf nicht nur Zuckerschlecken, sondern harte Arbeit und lange Tage bedeutet, lernt er somit schon früh. Trotzdem sei Kochen für ihn auch schon immer eine Passion gewesen.

Gourmetküche für 100 bis 160 Euro pro Person

"Man lernt als Koch essenstechnisch sehr viele unterschiedliche Kulturen kennen und kann seine Kreativität voll ausleben", sagt Weghofer. Zumindest beruflich. Zuhause kocht der 24-Jährige nämlich fast nie, verrät er lächelnd: "Ich bin ja fast nie Zuhause sondern immer auf der Arbeit. Deshalb mache ich da höchstens mal ein schnelles Curry oder auch einfach mal Fischstäbchen."

Seinen Gästen serviert er dafür Gourmet-Gerichte der außergewöhnlichen Sorte. "In einer modernen Speisekarte treffen hochwertige Zutaten auf asiatische Einflüsse", beschreibt der Guide Michelin die Handschrift des Küchenchefs. Die Sterneküche hat allerdings ihren Preis: Die Vier- bis Sieben-Gänge-Menüs kosten zirka 100 bis 160 Euro pro Person.

Traum vom eigenen Imbiss

Ob der junge Chefkoch bis zu seinem Berufsende in einer Gourmetküche arbeiten möchte, weiß er jetzt noch nicht. "Ich bin noch jung, vielleicht möchte ich auch noch mal auf Reisen gehen oder mich selbstständig machen", sagt er.

Ein kleiner Traum sei schon immer gewesen, einen eigenen Imbiss zu eröffnen. "Das muss nicht High-Class sein, aber etwas, wo ich Menschen auch auf die Schnelle etwas wirklich Gutes auf den Teller zaubern kann." Möglichkeiten hat er mit seiner Laufbahn sicherlich noch viele.

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