Nach kräftigem Regen kämpft sich die Sonne durch den Wald auf der Hallgarter Zange und lässt eine Pfütze strahlen.

Eichen, Douglasien, Tannen, Fichten, Lärchen und Buchen: Hessenforst hat in den vergangenen beiden Jahren mehr als sechs Millionen Bäume gepflanzt - und in die hessischen Wälder mehr investiert als je zuvor. Umweltschützern reicht das nicht.

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In den vergangenen beiden Jahren ist so viel in Hessens Wälder investiert worden, wie noch nie in der Geschichte des Landesbetriebs Hessenforst. Mehr als sechs Millionen neue Bäume seien gepflanzt worden, teilte Hessenforst bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts am Donnerstag mit.

Bei den vielen neuen kleinen Bäumen handele es sich um Eichen, Douglasien, Tannen, Fichten, Lärchen und Buchen. Diese Bäumchen seien in den Jahren 2019 und 2020 auf 1.600 Hektar Freiflächen gepflanzt worden. Das entspreche einer Investition von 24 Millionen Euro.

6,3 Millionen Euro seien für Pflegemaßnahmen in die jungen Waldbestände eingesetzt worden. Für den Erhalt der Wälder sei die Baumartenvielfalt elementar wichtig, sagte Landesbetriebsleiter Michael Gerst - auch mit Blick auf die Schäden, die jüngst durch die Dürrejahre und die damit einhergehenden Schäden durch die Borkenkäfer entstanden sind. Das führe zu einer Risikostreuung.

Von den durch den Klimawandel entstandenen Schäden sind in den hessischen Wäldern die Bestände von Buche und Fichte am meisten betroffen. Nicht nur einzelne Bäume, sondern ganze Buchenwaldkomplexe zeigten Symptome des Absterbens, erklärte der Leiter von Hessenforst.

Grüne: Wald braucht Unterstützung

"Der heute vorgestellte Nachhaltigkeitsbericht zeigt erneut, dass der Wald Unterstützung braucht, um seine sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Funktionen langfristig stabil zu sichern", sagte Frank Diefenbach, der Sprecher für Wald der Landtagsfraktion der Grünen. 

Die 6,4 Millionen gepflanzten Bäume sicherten den Wald "als Lebensraum und als Lieferant für den CO2-Speicher und den Rohstoff Holz“, sagte Diefenbach.

BUND sieht "Irrweg" in Fichten- und Kiefernmonokulturen

Thomas Norgall, Naturschutzreferent des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagte: "Der Wald in ganz Deutschland ist durch die Klimaerhitzung bedroht. Wer den Wald retten will, muss schneller aus der Kohle aussteigen."

Waldrodungen für neue Autobahnen, wie im Herbst 2020 für die A49, müssten aufhören. "Maßnahmen zur Walderhaltung müssen Priorität haben", sagte Norgall. Nötig sei ein Waldbau, der sich stärker an natürlichen Kreisläufen orientiert. "Fichten- und Kiefernmonokulturen haben sich als Irrweg erwiesen."

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