Ein Motivwagen auf dem Festzug des Hessentags

Mit einem Festzug durch die Straßen von Bad Hersfeld ist der Hessentag zu Ende gegangen. Die Bilanz nach zehn Tagen fällt durchweg positiv aus, großes Lob gibt es von Ministerpräsident Bouffier.

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Zum Abschluss des 59. Hessentags ist in Bad Hersfeld ein Festzug über die Bühne gegangen. Die rund 140 Teilnehmer-Nummern zeigten mit ihren Motivwagen, Fuß- und Trachtengruppen die Vielfalt des Landes und seiner Traditionen. Stadt und Land zogen eine positive Bilanz des zehntägigen Landesfests: Nach Angaben der hessischen Staatskanzlei wurden 862.000 Besucher in der osthessischen Kur- und Festspielstadt gezählt.

Die Kommune hatte im Vorfeld mit rund 700.000 Besuchern kalkuliert. Am Abend stand noch ein Konzert von Rea Garvey auf dem 15.000 Zuschauer fassenden Gelände im Jahnpark auf dem Plan. Das Programm hielt weit über 1.000 Veranstaltungen bereit. 

Bouffier gratuliert und zieht positive Bilanz

"Der Hessentag hat gehalten, was er versprochen hat. Er war faszinierend lebendig", lobte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Die Besucher hätten während der Festtage eine "wunderbare Atmosphäre" erlebt. Bad Hersfeld habe die Veranstaltung "meisterlich gestemmt". Und Bouffier betonte: Der Hessentag habe nichts von seinem Ursprungsgedanken verloren. Er bringe Menschen zusammen. "Er unterhält, informiert und vereint Tradition, Gegenwart und Zukunft." Für ihn sei der Hessentag "ein Stück Heimat". 

Der Hessentag wird seit 1961 gefeiert und ist Deutschlands ältestes Landesfest, das ursprünglich nach dem Zweiten Weltkrieg Neubürger und Einheimische vereinen sollte. Aber auch in der Gegenwart könne er bei der Integration mitwirken, sagte Bouffier: "Wir haben jetzt wieder viele Menschen, die in unser Land gekommen sind und hier heimisch werden sollen." Der Hessentag könne helfen, "innere Verbundenheit" aufzubauen. Auch der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) zog eine positive Bilanz: Es sei "eine sehr erfolgreiche und friedliche Großveranstaltung" gewesen.

Festzug zum Abschied

Zum Ende des Hessentags erlebten die Besucher mit dem Festzug einen der letzten Höhepunkte. An der 2,1 Kilometer langen Strecke durch die Innenstadt standen die Zuschauer und applaudierten den Teilnehmer-Gruppen. Städte, Vereine und Institutionen präsentierten sich. Da auch viele Musik- und einige Karnevalsvereine dabei waren, hatte der Umzug etwas von Fastnacht. Als eine Bergmannskapelle vor der Ehrentribüne das Steigerlied spielte, erhoben sich auch zahlreiche Minister und Mitglieder der hessischen Landesregierung in der ersten Reihe und klatschten rhythmisch mit.

Insgesamt liefen 3.000 Teilnehmer bei dem Festzug mit, zehntausende Zuschauer verfolgten das bunte Treiben entlang der Strecke. 

Zuschauer-Magneten waren während des Hessentags die Konzerte. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte von Silbermond, Roland Kaiser, ZZ Top und die Kelly Family.

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Kritik vom Steuerzahler-Bund

Der Bund der Steuerzahler in Hessen hatte das Ausmaß des Volksfestes kritisiert. "Was in den 1960er Jahren als bescheidenes Fest an einem Wochenende begann, ist zu einer zehntägigen Party ausgeufert, die aus unterschiedlichen öffentlichen Kassen mit rund 20 Millionen Euro subventioniert wird." Es sei längst kein heimeliges Fest mehr zur Stärkung der hessischen Identität.

Nächstes Jahr geht es nach Bad Vilbel

In einem Interview mit der Hersfelder Zeitung (Montag) verwies Bouffier auf die zahlreichen positiven Effekte für die Stadt. "Nicht zu vergessen ist der ganz beachtliche Imagegewinn. Bad Hersfeld war zehn Tage in aller Munde." Und: "Gar nicht in Euro zu messen, ist vor allem die Zusammengehörigkeit, das Wir-Gefühl, das bei einem Hessentag entsteht."

Zudem habe der Hessentag einen herausragenden Impuls für eine nachhaltige Stadtentwicklung gegeben. "Die Investitionen des Landes in die Infrastruktur sind enorm", sagte Bouffier. Sechs Millionen Euro seien in der Stadt investiert worden. "Der Hessentag rechnet sich für die ausrichtenden Städte", befand Bouffier.

Die nächsten drei Hessentage finden in Bad Vilbel (2020), Fulda (2021) und Haiger (2022) statt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 16.06.19, 19.30 Uhr