Träger des Hessischen Friedenspreises 2019: Äthiopiens Premier Abiy Ahmed

Äthiopiens Premierminister gilt nicht nur in seinem Land als Hoffnungsträger seit er mit dem lange verfeindeten Nachbarn Eritrea Frieden geschlossen hat. Am Montag wurde ihm dafür der Hessische Friedenspreis verliehen - allerdings in Abwesenheit.

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Bei der Verleihung des Hessischen Friedenspreises hat Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed als Hoffnungsträger und Reformer gewürdigt. Der Regierungschef sei ein Friedensstifter, der in seiner Heimat einen langen und blutigen Konflikt beendet habe, sagte Rhein am Montag in Wiesbaden.

Historischer Friedensschluss

"Wir wollen ein Zeichen für die Demokratie und den Frieden setzen und Abiy Ahmed bekräftigen, seinen Weg weiter zu verfolgen", so Rhein weiter. Den Friedenspreis konnte Abiy am Montag in Wiesbaden nicht persönlich entgegennehmen. Der Regierungschef wurde durch die Friedensministerin seines Kabinetts, Muferihat Kamil, vertreten. Diese bedankte sich in seinem Namen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Äthiopiens Premier erhält den Hessischen Friedenspreis

An Abiy Ahmeds Stelle nahm Friedensministerin Muferihat Kamil den Preis entgegen
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Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte, Abiy leiste Außergewöhnliches, um Frieden für sein Land und Ostafrika zu schaffen. Sein Veränderungs- und Gestaltungswille sei auch bei Rückschlägen ungebrochen. Äthiopiens Ministerpräsident erhält die Auszeichnung für seine herausragende Leistung bei dem historischen Friedensschluss mit dem Nachbarstaat Eritrea.

Abiy hatte im vergangenen Jahr, nur wenige Monate nach Amtsantritt, plötzlich mit Eritrea Frieden geschlossen. Die beiden Nachbarstaaten waren seit einem blutigen Grenzkonflikt 1998-2000 verfeindet. Zum ersten Mal trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Länder wieder, Botschaften wurden eröffnet und die Grenze wurde zeitweise geöffnet. Allerdings hat sich darüber hinaus bislang wenig getan.

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Hessischer Friedenspreis

Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis war 1993 vom ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) ins Leben gerufen worden. Es werden jährlich Menschen geehrt, die sich um Völkerverständigung und Frieden verdient gemacht haben. 2018 war die türkische Ärztin und Menschenrechtsaktivistin Sebnem Korur Fincanci für ihren mutigen Einsatz gegen Folter ausgezeichnet worden.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 23.09.2019, 19.30 Uhr