Geldscheine werden überreicht

Weil in der Coronakrise auch viele Studentenjobs wegfallen, versprach das Land schnelle Unterstützung. Am Mittwochmorgen konnte online ein Antrag gestellt werden. Zwei Stunden später war der Hilfsfonds schon aufgebraucht.

Ob Servicekraft im Café oder Nachhilfelehrer: Wegen der Corona-Pandemie fallen derzeit viele typische Studentenjobs weg. Anders als Arbeitnehmer erhalten Studierende aber kein Kurzarbeitergeld.

Das Land Hessen brachte deswegen gemeinsam mit den fünf Studierendenwerken der Universitäten schnelle Hilfen auf den Weg: Am Mittwochmorgen konnten Studenten einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro beantragen.

"Antrag war mittags schon offline"

Dazu stellte die Landesregierung den Hochschulen anteilig nach ihrer Studentenzahl insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung. Doch laut den Studierendenwerken Kassel und Gießen war das Geld schon nach zwei Stunden aufgebraucht. Wer zu spät kam, hatte das Nachsehen.

Er habe am Mittag über die Seite des Gießener Studentenwerks gar keinen Antrag mehr stellen können, erzählt Peter Grumbach aus Rüdesheim. Dabei bedeutet die Coronakrise für ihn bislang Verdienstausfälle von rund 1.000 Euro. Der Student der Weinwirtschaft hätte Ende März auf der Messe "Pro Wein“ in Düsseldorf arbeiten sollen – doch die wurde ebenso abgesagt wie Veranstaltungen auf den umliegenden Weingütern. Da hätten ihm die 200 Euro ein Stück weit weiter geholfen.

Nothilfe reichte für 1.975 Studierende

Bei 260.000 Studierenden im Lande halten die Studierendenwerke die bereitgestellte Summe für viel zu niedrig. Man setze sich gemeinsam dafür ein, dass auch der Bund ein Hilfsprogramm für Studierende aufsetze, teilte beispielsweise das Studentenwerk Gießen mit.

Aus dem Wissenschaftsministerium hieß es auf Anfrage, der Nothilfefonds sei kurzfristig aus dem Haushaltszuschuss des Landes an die Studierendenwerke gespeist worden. Man habe die Mittel bereits um weitere 145.000 Euro aufgestockt, um alle bereits eingegangenen Anträge berücksichtigen zu können. 1.975 Studierende würden so finanzielle Hilfe erhalten. Weitere Mittel stünden dem Wissenschaftsministerium derzeit nicht zur Verfügung.

Wissenschaftsministerium fordert Unterstützung durch den Bund

Ministerin Dorn sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht: "Das Programm war ausdrücklich als erste Soforthilfe gekennzeichnet, bis der Bund, dessen Aufgabe die Studienfinanzierung eigentlich ist, ein Programm vorlegt“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. Gemeinsam mit ihren Länderkollegen setze sie sich für einen bundesweiten Zuschuss im Rahmen des BAföG ein. "Die Tatsache, dass die bereitgestellten Mittel bereits nach kurzer Zeit ausgeschöpft sind, zeigt, wie dringlich diese finanzielle Unterstützung der Studierenden ist.“

Für Studierende wie Peter Grumbach, die am Mittwoch erst einmal leer ausgingen, dürfte das aber nur ein geringer Trost sein.