Eine alleinerziehende Mutter (r) hilft ihrer zwölfjährigen Tochter beim Homeschooling und hält ein Smartphone in der Hand.

Eigentlich sollten ab Montag alle Schüler der Klassen 1 bis 6 wieder in den Wechselunterricht. Doch in Kreisen mit einer Inzidenz von über 200 bleiben die Schulen zu. Wo das gilt, erfahren Sie in der Übersicht.

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hessenschau vom 16.04.2021
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Ursprünglich wollte die Landesregierung alle Schülerinnen und Schüler nach den Ferien zurück in die Schulen holen - zumindest ein Wechselunterricht sollte stattfinden. Das war der Plan.

Lorz: "Mir tut es leid für all die Kinder"

Doch nach weiterem Anstieg der Inzidenzen hat die Landesregierung nun ihr Konzept verändert. Dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 liegt, sollen die Schulen nach dem "Brücken-Eskalationskonzept" sogar ganz dicht bleiben. Nur Abiturienten und Schüler der Abschlussklassen dürfen in die Schule kommen. Für andere Schüler ist eine Notbetreuung geplant.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte dem hr, diese Regelung gelte, sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen eine Inzidenz über 200 aufweise. Hessen orientiere sich dabei am Infektionsschutzgesetz des Bundes. Laut Entwurf sieht dieses Schulschließungen in Kreisen vor, die drei Tage lang die 200er-Marke überschreiten. Damit es an den Schulen "so wenig Durcheinander wie möglich" gebe, habe Hessen diesen Schritt vorgezogen.

Lorz äußerte aber auch Verständnis, wenn Familien jetzt enttäuscht seien. "Mir tut es leid für all die Kinder, die jetzt am Montag wieder nicht in die Schule gehen können. Aber die Infektionsentwicklung der letzten Tage war einfach schlecht", sagte er.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kultusminister Lorz verteidigt Schulschließungen

Ein Schild weist darauf hin, dass eine Schule geschlossen ist.
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Notbetreuung nur mit negativem Test

Neu ist ab Montag außerdem, dass die Teilnahme am Präsenzunterricht und an der Notbetreuung nur möglich ist, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Dieses darf nicht älter als 72 Stunden sein. Zu Hause durchgeführte Selbsttests gelten dabei nicht.

Derzeit gibt es sieben Kreise und eine kreisfreie Stadt in Hessen, die Inzidenzwerte von über 200 aufweisen und damit von der neuen Regelung betroffen sind (Stand: 16. April):

  • Kreis Gießen: Aussetzung des Präsenzunterrichts gilt bis 23. April
  • Kreis Marburg-Biedenkopf: Aussetzung des Präsenzunterrichts gilt bis 30. April
  • Lahn-Dill-Kreis: Aussetzung des Präsenzunterrichts bis 6. Mai
  • Kreis Limburg-Weilburg: Aussetzung des Präsenzunterrichts bis 30. April
  • Kreis Fulda: Aussetzung des Präsenzunterrichts gilt bis 23. April
  • Kreis Hersfeld-Rotenburg: Neben den Schulen sollen auch die Kitas geschlossen bleiben. Die Regelung gilt bis 3. Mai.
  • Vogelsbergkreis: Wie lange die Schulen geschlossen bleiben, ist unklar
  • Stadt Offenbach: Wie lange die Schulen geschlossen bleiben, ist unklar.

In den Kreisen und in kreisfreien Städten mit Inzidenzen unter 200 soll es dabei bleiben, dass die Jahrgangsstufen 1 bis 6 weiter im Wechsel unterrichtet werden. Die Jahrgänge ab Klasse 7 werden wie schon vor den Ferien im Distanzunterricht mit Homeschooling unterrichtet. Abiturienten und Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen dürfen in den Präsenzunterricht. Das ist aber nur möglich, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, welches nicht älter als 72 Stunden ist.

Das "Brücken-Eskalationskonzept" der Landesregierung soll in Hessen gelten, bis die Änderung des Infektionsschutzgesetzes von Bundestag und Bundesrat beschlossen sei, sagte das Kultusministerium dem hr. Dies wird für die kommende Woche erwartet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 16.04.2021, 19.30 Uhr