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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rechte Entgleisungen beim BKA

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Drei Nachwuchskommissare des Bundeskriminalamts in Wiesbaden sind mit rechtsextremen Äußerungen aufgefallen. Einer von ihnen soll entlassen werden, ein anderer ist unbekannt.

Drei Nachwuchskommissare des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden haben sich bei einer Übung am Computer rechtsextreme oder rassistische Pseudonyme gegeben. Das berichtete am Freitag der "Spiegel". Eine BKA-Sprecherin bestätigte die Informationen auf hr-Nachfrage.

"Holocaust=Fake", "H1tler", "NateHigger"

Wie der "Spiegel" schreibt, gaben sich die drei Kommissaranwärter die Pseudonyme "Holocaust=fake", "H1tler" und "NateHigger". Gegen einen von ihnen läuft ein Entlassungsverfahren. Er hat Hausverbot. Außerdem sei gegen ihn Strafanzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung erstattet worden, bestätigte die BKA-Sprecherin.

Bei einem Zweiten habe man nach einer Entschuldigung auf eine Entlassung verzichtet. Den Urheber des dritten Pseudonyms habe man nicht identifizieren können.

Die Kommissaranwärter des BKA starteten ihre Ausbildung im April, wie die Sprecherin dem hr sagte. Die Übung, bei der die Pseudonyme genutzt wurden, hätten sie in Brühl (Nordrhein-Westfalen) an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung absolviert. Insgesamt arbeiten aktuell rund 950 Kommissaranwärter beim BKA.

Weitere Verdachtsfälle

In den vergangenen Monaten gab es wiederholt Berichte über Rechtsextremismus bei der hessischen Polizei. Im September wurde bekannt, dass sechs Polizeianwärter aus Mühlheim am Main (Offenbach) im Verdacht stehen, in einer internen WhatsApp-Gruppe rechtsextreme Inhalte ausgetauscht zu haben.

Bereits Ende August hatte der hr über Ermittlungen gegen einen Dienstgruppenleiter berichtet, der ebenfalls in Mühlheim tätig ist und auch rechtsextreme Inhalte in einer internen WhatsApp-Gruppe geteilt haben soll.

Darüber hinaus wird in Frankfurt im Zusammenhang mit Morddrohungen gegen die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz gegen sechs Beamte des ersten Polizeireviers ermittelt. Auch sie sollen in einer Chatgruppe rassistische Botschaften verbreitet haben.

Sendung: hr-iNFO, 25.10.2019, 20.00 Uhr