Gunter Lutzi mit Stöcken auf einem Weg durch Weinberge wandernd.

Gunter Lutzi arbeitet als ehrenamtlicher Helfer im Bensheimer Hospiz. Da ihm die Arbeit sehr am Herzen liegt, begibt er sich jetzt auf eine dreiwöchige Wanderung durch ganz Hessen - von Hospiz zu Hospiz. Damit will er dringend benötigte Spenden sammeln.

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Audioseite Von Hospiz zu Hospiz: 800 Kilometer durch Hessen

Gunter Lutzi
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Die erste Assoziation, die wohl die meisten Menschen mit dem Begriff Hospiz haben, ist der Tod. Denn hierher kommen Menschen, um zu sterben. Und eng mit dem Sterben verbunden sind Trauer, Leid und Schmerz. Wenn dagegen Gunter Lutzi an Hospize denkt, dann geht ihm das Herz auf. "Es ist einfach toll, wie hier mit den Menschen umgegangen wird, das kann man kaum in Worte fassen."

Lutzi ist 64 Jahre alt, wohnt in Biblis und arbeitet seit fünf Jahren ehrenamtlich im Hospiz in Bensheim (Bergstraße). Dort verbringt er hauptsächlich Zeit mit den Gästen, wie die Menschen genannt werden, die im Hospiz leben. Er unterhält sich mit ihnen über alles Mögliche, auch über den Tod. Doch für Lutzi ist die Arbeit und das Wirken im Hospiz vor allem von ganz viel Leben geprägt.

"Spenden sind elementar"

"Die Arbeit, die hier und in anderen Hospizen geleistet wird, ist sehr wichtig", sagt Lutzi - auch für die Angehörigen, die sich nicht um die Pflege sorgen müssen, sondern wertvolle Zeit mit ihren Liebsten verbringen können.

"Die Menschen hier leben ihren Job." Ein Job, der allerdings auch bezahlt werden muss. "Spenden sind dabei elementar für unsere Arbeit", erklärt der 64-Jährige. In der Corona-Zeit sei das Spendensammeln allerdings besonders schwer gefallen, weil alle Aktionen in der Öffentlichkeit abgesagt werden mussten.

Weitere Informationen

Wo kann man spenden?

Mit seiner Tour durch Hessen will Gunter Lutzi auf die Arbeit in Hospizen aufmerksam machen und Spenden sammeln. Nähere Informationen zu der Aktion, wie Sie seine Reise verfolgen und wo Sie spenden können, erfahren Sie auf der Homepage des Hospiz' Bergstraße.

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Deswegen hat sich Lutzi etwas ganz Besonderes überlegt: Für drei Wochen begibt er sich auf eine Tour durch ganz Hessen und besucht insgesamt 23 Hospize im ganzen Land. Dabei legt er über 800 Kilometer zurück. "Ich hoffe, dass die Hospize dadurch in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden, ebenso die wertvolle Arbeit, die das Personal leistet", erklärt Lutzi. Und natürlich will er auch Spenden sammeln.

Zu Fuß, mit dem Oldtimer und zu Wasser

Die Idee zu der Tour mit dem passenden Titel "Ein Mann - drei Wochen - 23 Hospize - 801 Kilometer" kam ihm im vergangenen Jahr. "Ich habe ein Buch von einer Frau gelesen, die durch ganz Deutschland gelaufen ist", sagt Lutzi. Das habe ihn inspiriert.

Die Karte zeigt den Umriss Hessens und darin verortet die Etappenziele der im Text beschriebenen Spendentour.

Start ist am Sonntag in Bensheim, dann geht es weiter über Darmstadt und Flörsheim (Main-Taunus) nach Wiesbaden. Das nördlichste Etappenziel ist Kassel, bevor es dann etwa über Fulda, Gelnhausen (Main-Kinzig) und Frankfurt wieder zurück nach Bensheim geht.

Dort endet die Reise am 17. Juli. Die meisten Etappen will er zu Fuß zurücklegen, manche mit dem Fahrrad, einige sogar mit einem Oldtimer oder im Motorboot. Übernachten will er in den Hospizen und dort auch das Gespräch mit Gästen und Personal suchen.

Prominente Unterstützung

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Bei seiner Tour ist Lutzi nicht alleine. Unterstützung kommt auch von prominenter Seite: Badesalz und die Darmstädter Comedy Hall haben ein Video gedreht, auf einer Etappe wird er von Komiker Martin Schneider begleitet, am Start wird auch Eintracht-Profi Sebastian Rode dabei sein. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Schirmherrschaft übernommen.

Doch fast noch wichtiger ist ihm die Unterstützung von Familie und Freunden: Meine Frau unterstützt mich seit 43 Jahren in all meinen verrückten Ideen und tut es auch jetzt“, so Lutzi. Einen Seelsorger hat er auch an Bord: "Mein Freund Joachim ist katholischer Pfarrer und Hospiz- und Trauerseelsorger. Den kann ich Tag und Nacht anrufen."

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Die Zusammenarbeit mit Seelsorgern gehöre auch zur alltäglichen Arbeit in Hospizen. "Wenn du so eine Arbeit machst, hast du auch Grenzerfahrungen, die du nicht so einfach wegsteckst", schildert Lutzi. "Das musst du schon mir jemand zusammen verarbeiten, das geht nicht alleine."

Ob er solche Grenzerfahrungen auch auf der Tour machen wird, weiß Lutzi nicht: "Ich lasse das einfach mal auf mich zukommen." Ein bisschen aufgeregt sei er schon, wie er im Gespräch zugibt. Vor allem die gewaltige Resonanz auf seine Aktion habe ihn überrascht und sorge auch für einen gewissen Druck. Doch davon lässt sich Lutzi nicht unterkriegen. "Es sind so viele positive Gedanken bei uns, das muss also klappen."

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zum hr-fernsehen.de Video Wandern von Hospiz zu Hospiz

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