Kind stützt den Kopf in Hände, daneben eine Puppe

Der Hessische Rundfunk hatte in der Adventszeit zu Spenden für den Kinderschutzbund aufgerufen. 67.000 Euro kamen dabei zusammen. Mit dem Geld kann Kindern geholfen werden, auch wenn es um Gewalt in der Familie geht.

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Wenn Kinder in der Beratungsstelle Hilfe suchen, reagierten Eltern meist geschockt, sagt Geschäftsführerin Astrid Zilsch von der Darmstädter Beratungsstelle Gewalt gegen Kinder. "Aber ohne die Eltern kann der Konflikt nicht gelöst werden", erklärt sie. Allein in der Darmstädter Beratungsstelle kommen jährlich rund 500 Menschen. Manchmal auch mehr.

Die gute Nachricht: Es wird mehr darüber gesprochen

"Heute wie früher ist Gewalt an Kindern die Tagesordnung", sagt Geschäftsführerin Zilch. Die gute Nachricht: Heute werde mehr über die Gewalt gesprochen. "Viele Eltern sind gewalttätig, weil sie selbst Gewalt früher erlebt haben. In der Beratung stellen sie dann fest, dass sie im selben Handlungsmuster wie ihre eigenen Eltern feststecken", sagt Zilch.

Einmal sei ein Kind in die Beratungsstelle gekommen, das sexuell missbraucht worden war. Es habe gesagt, es falle ihm zwar schwer darüber zu sprechen, doch es sei nötig, damit nicht auch andere Kinder das gleiche Schicksal hätten. "Da waren wir wirklich beeindruckt, das Kind wollte wirklich dass diese Gewalt aufhört", sagt Berater Uwe Bender.

Egal wie schlimm die Übergriffe sind, Ziel sei es immer, Kinder und Eltern wieder zu einem friedlichen Miteinander zu bringen - auch wenn manchmal das Jugendamt eingeschaltet werden müsse: "Kinder möchten nicht, dass ihren Eltern etwas passiert. Aber sie möchten, dass die Gewalt aufhört", sagt Bender.

Lernen sich zu wehren - und Grenzen zu wahren

Manchmal komme es auch zu gewalttätigen Übergriffen zwischen Kindern. Beraterin Angela Bucher erzählt von einem Fall, in dem ein Erstklässler von zwei Drittklässlern zu sexuellen Handlungen gezwungen wurde. Der betroffene Junge kam aus einer Flüchtlingsfamlie, wo Sexualität ohnehin mit Scham behaftet war.

In einer kindertherapeuthischen Begleitung lernte der Junge, wie er sich wehren kann, indem er klare Signale setzt und wie er sich Hilfe holen kann. Auch die beiden älteren Jungs konnte in Kursen geholfen werden. "Denn auch sie müssen ja lernen, warum sie nicht solche Grenzen bei anderen überschreiten dürfen, sagt Berater Bender. Es gehe darum, Kinder und Jugendliche mit Sprache auszurüsten. Und sie müssen  Achtsamkeit lernen, um die Grenzen anderer Kinder und Jugendlicher wahren können", sagt der Berater.

"Damit Kinder gleiche Chancen haben, ihr Leben aufzubauen"

Weitere Informationen

Kinder- und Jugendtelefon

Das Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes ist von Montag bis Samstag zwischen 14 Uhr und 18 Uhr kostenlos erreichbar (auch per Handy). Samstags beraten auch junge Beraterinnen und Berater im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Die Nummer ist: 0800 – 111 0 333. Auch per E-Mail sind Berater zu erreichen. Die Adresse: www.nummergegenkummer.de

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All diese Arbeit kostet Zeit und Geld. Mit der Aktion hr-Weihnachtsstern wollte der Hessische Rundfunk die Arbeit des Kinderschutzbundes unterstützen. Rund 67.000 Euro Spendengelder kamen dabei zusammen. Durch die Spendengelder der Aktion sei es auch Kindern aus einkommensschwachen Familien möglich, solche Kurse in Hessen zu besuchen, freut sich die Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds, Verone Schöninger. "Damit Kinder wirklich gleiche Chancen haben, ihr Leben aufzubauen", sagt sie.

Und auch hr-Intendant Manfred Krupp freut sich über das Ergebnis der Spendenaktion. Das Wichtigste dabei: "Dass Menschen sich damit auseinandersetzen, wie es Kindern in der Gesellschaft geht, wie man unterstützen kann, und wenn eine Familie in Not ist, dass sie dann vielleicht aufgrund dieser Aktion zum Kinderschutzbund geht, ohne dass sie Geld für diese Hilfe bezahlen muss", erklärt der Intendant des Hessischen Rundfunks.

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Zeichnung eines Kindes
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