"Black lives matter": Demo an der Frankfurter Hauptwache

Nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz sind auch in Frankfurt Menschen aus Protest auf die Straße gegangen. In der Innenstadt demonstrierten Hunderte gegen Rassismus und Polizeigewalt.

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hs
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"Black Lives Matter" (auf deutsch: "Schwarze Leben zählen"), "Rassismus tötet" oder "Stoppt rassistische Polizeigewalt" war auf Plakaten zu lesen, die Teilnehmer einer Anti-Rassismus-Kundgebung am Mittwoch an der Frankfurter Hauptwache zeigten.

Auslöser des Protests ist der tödliche Polizeieinsatz gegen den schwarzen US-Amerikaner George Floyd in der vergangenen Woche in Minneapolis. Seit Tagen gibt es deswegen Proteste und Unruhen in den USA. Auch in europäischen Städten wie Helsinki, Berlin und Paris wurde demonstriert.

Auch Kritik an Polizeigewalt in Deutschland

Die Frankfurter Polizei sprach von rund 500 bis 600 Teilnehmern. Die Veranstalter schätzten doppelt so viele. Organisiert wurde die Kundgebung vom Verein Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), der nach eigenen Angaben die Interessen schwarzer Menschen in Deutschland vertritt und gegen Rassismus und Benachteiligung kämpft.

Unter den Teilnehmern waren Menschen verschiedener Hautfarbe zu sehen. Wegen der Corona-Pandemie hielten sie sich an die Abstandsregeln, viele trugen Schutzmasken. "Alles regelkonform", sagte ein Polizeisprecher am frühen Abend. Alles sei friedlich verlaufen.

Redner der Kundgebung kritisierten neben der Situation in den USA auch rassistisch motivierte Polizeigewalt in Deutschland. So würden ausländisch aussehende Menschen öfter und härter kontrolliert als andere.

Bundesinnenministerium: Polizei duldet keinen Rassismus

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums werden Rassismus und der übermäßige Einsatz von Gewalt in der deutschen Polizei nicht geduldet. Auf die Situation in den USA angesprochen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Berlin: "Rassismus ist in unseren Behörden in jedweder Form absolut inakzeptabel und wird nach den Möglichkeiten entschieden bekämpft."

Um der Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund aktiv entgegenzuwirken, habe beispielsweise die Bundespolizei zu ihrer Aus- und Fortbildung schon mehrfach Vertreter von Verbänden eingeladen, die hierzu die Betroffenen-Perspektive schildern könnten.

Nach Rechtsextremismus- und Rassismus-Vorwürfen gegen hessische Polizisten stellte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch einen Integritätsbeauftragten vor. Zu dessen Aufgaben gehöre es unter anderem, die Polizei bei der wertekonformen Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung zu unterstützen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 03.06.2020, 19.30 Uhr