Einen Luftballon mit einer Friedenstaube hält eine Frau in der Hand beim Ostermarsch auf dem Anger.  (dpa)

Der Ukraine-Krieg prägt die diesjährigen Ostermärsche. In mehreren hessischen Städten finden über Ostern Kundgebungen statt. Am Samstag demonstrierten bereits Hunderte für Frieden.

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Ostermärsche in Hessen

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Am Samstag sind in verschiedenen Städten Hunderte zu Ostermärschen gekommen: In Gießen waren es hundert, in Wiesbaden und Darmstadt laut Polizei je 350 Menschen, die für Frieden auf die Straße gingen. In Erbach (Odenwald) kamen rund 270 Demonstranten, in Kassel waren es 500 Teilnehmer.

Ein zentrales Thema war der Krieg in der Ukraine und Kritik am von der Bundesregierung angekündigten Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Der Auftakt zu den Ostermärschen war bereits am Karfreitag: Rund 200 Menschen kamen in Bruchköbel (Main-Kinzig) zusammen. Ein Höhepunkt wird wie jedes Jahr der Sternmarsch aus dem Rhein-Main-Gebiet zum Frankfurter Römer am Ostermontag sein.

Ostermärsche "wichtiger denn je"

Der Vorsitzende der Friedens- und Zukunftswerkstatt Willi van Ooyen (Linke) hatte vorab mit einem großen Zulauf bei den diesjährigen Ostermärschen gerechnet. Sie seien wegen des Kriegs in der Ukraine "wichtiger denn je", sagte der frühere Linken-Abgeordnete im hessischen Landtag. Van Ooyen organisiert seit Jahrzehnten bundesweit Protestaktionen für den Frieden, vor allem die Ostermärsche.

Die Mitglieder der Friedensbewegung fordern die russische Führung nach eigener Darstellung auf, sofort alle Angriffe einzustellen, sich aus der Ukraine zurückzuziehen und deren territoriale Integrität wieder herzustellen. Die Regierungskoalition in Berlin rufen sie dazu auf, keine Waffen in die Ukraine zu liefern und Flüchtlinge uneingeschränkt aufnehmen.

"Rüstung kann keinen Frieden schaffen"

Christa Führer-Rößmann, Sprecherin der Offenbacher Friedensinitiative, bezeichnete das Sondervermögen der Bundesregierung als "Wahnsinn angesichts der weltweiten Herausforderungen wie Klimakrise, Energiewende und Pandemie". Das Geld nütze den Menschen in der Ukraine nicht, sondern sorge für eine weitere Eskalation. Statt in Aufrüstung müsse in Bildung, das Gesundheitswesen und Klimaschutz investiert werden, so Führer-Rößmann.

Es stehe außer Frage, dass das Vorgehen Russlands ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen ein Nachbarland sei, teilte auch Manfred Backhaus, Mitorganisator der Limburger Ostermärsche, gegenüber dem hr mit. Deswegen werfe er aber seine pazifistischen Überzeugungen nicht über Bord. "Rüstung allein kann keinen Frieden schaffen."

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