Illegale Mülldeponie in Wiesbaden

Alte Schränke, Sofas, Autoreifen - immer häufiger landet auf den Gehwegen der Städte illegal abgeladener Müll. Peter Brech sagt den Müllsündern den Kampf an. Er ist Spermülldedektiv in Wiesbaden.

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Ein riesiger Müllhaufen auf dem Gehweg in Mainz-Kastel: eine Gefriertruhe, einige Kleinmöbeln und Restmüll. Als Sperrmüll angemeldet wurde der nicht. "Dieser Vorgang wurde uns heute morgen per Mail gemeldet", sagt Peter Brech. Der Umweltbeamte der Stadt Wiesbaden wendet die Kartons, sucht nach Hinweisen auf den Verursacher.

Tatsächlich findet er schnell leere, adressierte Pakete. "Das nehme ich mal mit", sagt er - und ist schon zum nächsten Fall unterwegs. Auch in der Wiesbadener New York-Straße hat jemand einen wilden Müllhaufen entdeckt.

Auf der Suche nach Hinweisen auf den Verursacher der illegalen Mülldeponie: Spermülldedektiv Peter Brech

Über 30 Prozent mehr illegale Müllentsorgungen in Wiesbaden

In Wiesbaden haben sich die Fälle der gemeldeten illegalen Abfallentsorgung in den letzten fünf Jahren um fast ein Drittel erhöht, erklärt Andreas Hohmeister vom Umweltamt in Wiesbaden. Während es 2015 noch 601 Fälle gab, waren es 2019 schon 809 Verstöße. Auch andere hessische Städte kämpfen gegen die Müllsünder. So registrierte das Frankfurter Umweltdezernat im Jahr 2015 rund 160  illegale Müllentsorgungen, 2019 waren es schon 260.

Dabei ist das Phänomen nicht nur auf Großstädte beschränkt. Im Kreis Darmstadt-Dieburg etwa stiegen die Kosten für die Entsorgung des illegalen Mülls von rund einer Million Euro im Jahr 2017 um über 60.000 Euro im Jahr 2019.

Den Anstieg der Fallzahlen führt Hohmeister nicht nur darauf zurück, dass immer mehr Menschen ihren Müll illegal entsorgen. Auch ein gestiegenes Umweltbewusstsein der Bürger spiele eine Rolle. Dadurch würden solche Fälle auch häufiger bei den Umweltämtern gemeldet.

Verstöße können über eine App gemeldet werden

Um schneller von den illegalen Müllentsorgungen zu erfahren, haben die Wiesbadener Entsorgungsbetriebe ELW zusammen mit der Hochschule RheinMain die App "Sauberes Wiesbaden" entwickelt.  Mit dieser können die Anwohner auch Bilder von dem Müll direkt an die Behörden senden. Für Frank Sand von der Stabsstelle "Sauberes Wiesbaden" war wichtig, dass die App möglichst einfach aufgebaut ist: "Jeder kann seine Meldung anonym abgeben.

Illegale Mülldeponie in Wiesbaden

Wichtig ist, dass der Müll so schnell wie möglich von der Straße kommt.“ Und das funktioniert anscheinend: "Innerhalb von drei Arbeitstagen haben wir bereits 79 Prozent aller gemeldeten Fälle abgearbeitet", sagt Sand.  

Für manche Müllentsorger kann das übrigens richtig teuer werden. Mit rund 350 Euro Bußgeld plus Bearbeitungsgebühr muss der Verursacher der illegalen Müllentsorgung in Mainz-Kastel rechnen, den Mülldetektiv Peter Brech mit Hilfe der leeren adressierte Pakete überführen konnte.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.02.2020, 19.30 Uhr