Die Grippewelle macht auch vor Hessen nicht halt.
Die Grippefälle häufen sich. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

In Hessen häufen sich die Grippefälle. Vor allem in Frankfurt sind die Zahlen sprunghaft gestiegen. In einem Krankenhaus gilt dort schon Mundschutzpflicht. Wer sich jetzt noch impfen lassen will, muss sich beeilen.

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In der vergangenen Woche registrierte das Frankfurter Gesundheitsamt 182 Grippefälle, rund fünf Mal so viele wie Anfang Januar. Die steigende Tendenz hat sich in dieser Woche fortgesetzt. Im Wetteraukreis hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen in den vergangenen zehn Tagen vervierfacht. Dort hat man seit Jahresbeginn schon über 200 Fälle gezählt.

Wiederholt sich Pandemie von 2018?

Auch Stadt und Kreis Kassel melden hohe Steigerungsraten, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Anfang Januar gab es dort noch gar keine nachgewiesenen Influenza-Infektionen, vergangene Woche dagegen schon 19. Da nur bei wenigen Patienten eine Labor-Untersuchung gemacht wird, gehen die Behörden aber tatsächlich von viel mehr Erkrankungen aus.

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Ganz ähnlich waren die Zahlen vor genau einem Jahr, als sich in Europa eine der schlimmsten Grippe-Pandemien seit Jahrzehnten anbahnte. Damals stiegen die Zahlen bis Anfang März immer weiter an. Ob sich in diesem Jahr die Ausbreitung so fortsetzt oder wie 2017 bald wieder abebbt, trauen sich auch Experten derzeit nicht zu sagen.

Es gibt Hoffnung

Aber zumindest zwei Faktoren sprechen dafür, dass es diesmal nicht so heftig wird:

  • In dieser Grippesaison sind offenbar etwas mehr Menschen in Hessen geimpft als vor einem Jahr. Laut AOK Hessen haben sich im zweiten Halbjahr 2018 rund 820.000 gesetzlich Versicherte in Hessen eine Spritze geben lassen – rund zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Und: Experten versprechen sich in diesem Jahr vom Impfstoff eine größere Schutzwirkung. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk, sagt, in diesem Jahr grassiere vor allem ein Virus-Stamm des Typs A. Dieser sei im Impfstoff enthalten. Gegen den Haupterreger des vergangenen Jahres, einen B-Typ, habe der damalige Impfstoff dagegen kaum Schutz geboten.

Der Impfstoff braucht nach der Injektion ungefähr zehn Tage, um seine volle Schutzwirkung zu entfalten. Trotzdem rät Gottschalk: "Wenn man davon ausgeht, dass die Grippewelle bis in den März, vielleicht sogar in den April reingeht, macht das absolut noch Sinn."

Kontingent ist erschöpft

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Zahl der Grippe-Erkrankten steigt - die Zahl der Impf-Muffel aber auch

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Allerdings dürfte der Impfstoff nicht mehr überall zu bekommen sein. Der Hessische Apotheker-Verband meldet auf hr-Anfrage: Apotheken, die keinen Impfstoff mehr haben, können nicht mehr nachbestellen. Das Kontingent für Hessen sei längst erschöpft.

Ärzte und Apotheker müssen also mit dem arbeiten, was sie noch haben. Und diese Vorräte sind höchst unterschiedlich. Während zum Beispiel die Bestände des Frankfurter Gesundheitsamtes fast erschöpft sind, haben einzelne Arztpraxen noch dutzendweise Impfdosen im Kühlschrank.

Andere versuchen, die Ausbreitung auch mit ganz einfachen Mittel zu verhindern. So hat etwa die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik in Frankfurt Mitarbeitern und Besuchern eine Mundschutzpflicht verordnet. Dies diene vor allem der Vorbeugung, erklärte eine Sprecherin. Allerdings habe es im Krankenhaus unter Patienten und Mitarbeitern durchaus schon einige Grippe-Infektionen gegeben.