Kippa

Wegen der Corona-Krise dürfen auch jüdische Gebetsstunden jetzt nur online stattfinden. Das nutzen rechte Hetzer für Internet-Attacken. Hessens Antisemitismus-Beauftragter Becker fordert hartes Durchgreifen.

Jüdische Online-Angebote werden in Zeiten der Corona-Krise immer öfter Opfer von rechten Angriffen. Mit Hitlerbildern und Hakenkreuzen werden Tora-Stunden und Gebete gestört, immer wieder wählen sich einzelne Täter in Videokonferenzen ein, um massiv zu stören und antisemitische Parolen zu verbreiten.

"Die Hetze wird immer dreister und auch immer gefährlicher", teilte Uwe Becker (CDU), der Antisemitismus-Beauftragte der hessischen Landesregierung, am Montag mit.

Vermehrt sei dies vor allem am 20. April aufgetreten, dem Holocaust-Gedenktag Yom Ha-Schoah. Es ist auch der Geburtstag Adolf Hitlers. Auch Veranstaltungen jüdischer Gemeinden dürfen wegen der Ansteckungsgefahr derzeit nur digital abgehalten werden.

Becker fordert Aufklärung

"Wir müssen dafür sorgen, dass diesen schlimmen, hasserfüllten Taten mit allen technischen und rechtlichen Möglichkeiten nachgegangen wird, um der Täter habhaft zu werden", forderte Becker. Beispiele wie der Anschlag von Halle zeigten, dass es nach der Radikalisierung im Internet nur noch ein kurzer Weg bis zur radikalen Tat extremistischer Täter sei. Hass und Hetze im Internet sollten deshalb umgehend gemeldet und dokumentiert werden, um die Chancen der Strafverfolgung zu erhöhen, sagte Becker.

Die hessische Landesregierung hatte im Januar unter www.hessengegenhetze.de eine Online-Meldestelle gegen Hass und Hetze eingerichtet, bei der Bürgerinnen und Bürger per Onlineformular, E-Mail oder über eine Telefon-Hotline Vorkommnisse und Hass-Kommentare melden können.