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Audioseite AstraZeneca wird zurückgeschickt

Hände, die mit einem blauen medizinischen Handschuh bekleidet sind, halten eine Gefäß mit mehreren Dosen des Impfstoffs AstraZeneca

Der Impfbedarf sinkt, und der Bestand steigt: Hessen will deswegen zahlreiche Impfdosen spenden, ehe das Vakzin unbrauchbar wird. Davon könnten Staaten profitieren, die bisher kaum Zugang hatten. Die Entscheidung darüber fällt aber woanders.

Hessen bereitet sich darauf vor, nicht benötigten Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca an den Bund zurückzusenden. Es sei absehbar, dass ein Großteil dieses Impfstoffes in den hessischen Impfzentren keine Verwendung finden werde, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Wiesbaden mit. Zunächst seien nun die 28 Impfzentren aufgefordert, nicht benötigten Impfstoff an das Land zurückzusenden. Dies seien bis zu 120.000 Dosen der Firma Astrazeneca - hinzu kämen noch 70.000 weitere Dosen, die sich noch im Landeslager befände: insgesamt also bis zu 190.000.

Bundesgesundheitsministerium will Spenden an andere Staaten ermöglichen

Sobald dann der Bund zustimme, sollen die Dosen zurückgeschickt werden, dann könnten sie an Drittstaaten gespendet werden, so das Innenministerium. Das früheste Verfallsdatum der Chargen bei den hessischen Beständen sei der 31. Oktober 2021. Die ungeöffneten Mehrdosenbehälter seien bis zu sechs Monate bei zwei bis acht Grad Celsius lagerfähig.

Im Landeslager und in den Impfzentren sind derzeit außerdem 151.000 Dosen Impfstoff von Biontech und 265.000 Dosen von Moderna vorrätig, wie das Ministerium erklärte. Dazu kämen 72.500 Dosen des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Diese Dosen sollen nicht zurückgeschickt werden: "Diese drei deutlich stärker nachgefragten Impfstoffe kommen derzeit vorwiegend im Rahmen der Zweitimpfungen zum Einsatz und werden über Sonderimpfaktionen sowie ab der kommenden Woche ohne Terminanmeldung angeboten", erklärte das Innenministerium.

Impfstoffe müssten dafür mindestens zwei Monate haltbar sein

In Berlin möchte man auf ein Bestellsystem für die Bundesländer umstellen. So solle das Risiko eines etwaigen Verfalls einzelner Impfdosen weiter minimiert werden. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Voraussetzung für die Rückgabe seien, dass die Impfstoffe noch mindestens zwei Monate haltbar sein sollten. Chargen, die ein kürzeres Verfallsdatum hätten, würden nicht zurückgeschickt. Ebenso soll Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten nicht an den Bund zurückgeführt werden.