Lehrerin Daniela Heinrich-Stiller demonstriert die Herstellung der essbaren Folie (links), Schüler der Arnold-Bode-Schule in Kassel

Für ihren innovativen Unterricht haben drei hessische Lehrer den Deutschen Lehrerpreis erhalten. Den ersten Preis bekam eine Chemielehrerin aus Biedenkopf, die mit ihren Schülern nachhaltige Folie aus Stärke entwickelte.

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Wie sieht die Schule der Zukunft aus und welche innovativen Ideen entstehen dort? Besonders gute Beispiele aus der Schule wurden am Dienstag vom Deutschen Lehrerpreis 2021 geehrt. Eine Preisträgerin und zwei Preisträger kommen aus Hessen.

Essensschälchen ohne Plastik im Chemie-Unterricht

Der erste Preis in der Kategorie "Unterricht innovativ" ging an das Gymnasium Lahntalschule in Biedenkopf. Chemielehrerin Daniela Heinrich-Stiller entwickelte mit ihrer 9. und 10. Klasse aus Stärke und Wasser eine Folie ohne Plastik, die sogar essbar ist.

"Die Idee ist aufgrund der Tatsache entstanden, dass zu Corona-Zeiten alles einzeln verpackt werden muss, dann ist natürlich eine sehr gut abbaubare Folie ein toller und nachhaltiger Ersatz für die Standard-Verpackungsmaterialien aus Plastik", sagte Heinrich-Stiller dem hr.

Noch nicht ganz Currywurst-geeignet

Schwierig sei gewesen, das richtige Mischverhältnis von Wasser und Stärke herauszufinden. Da hätten die Schüler lange herumprobiert, auch mit anderen Zutaten, wie Honig und Öl. "Dabei sind unfassbar viele Liter Wasser und auch viel Stärke draufgegangen", lächelte sie. Die Stärke wird mit Wasser erhitzt und dann zum Trocknen glattgestrichen und in Form gebracht. Heraus kommt eine Folie, die als Snack-Schälchen, wie zum Beispiel für Pommes Frites, genutzt werden könnte.

Pommesschale

Optisch kommen die Schalen noch nicht ganz ans Original ran, aber sie funktionieren. Den Test mit Mayonnaise habe die Schale schon bestanden, sagte die Lehrerin. Bei sehr wasserhaltigem Ketchup könnte es noch Probleme geben. "Eine Currywurst ist für unsere Schale noch nicht geeignet", sagte die Chemie-Lehrerin. "Noch nicht", wie sie betonte.

Die Jury lobte in ihrem Gutachten, die besondere Lösungsstrategie für ein Problem. Damit sei der Unterricht im höchsten Maße innovativ.

Corona-Sonderpreis geht nach Kassel

Den Corona-Sonderpreis erhielten Florian Bagus und Norman Seeliger von der Arnold-Bode-Schule in Kassel für ihr Projekt "smartPAPER", eine Lernplattform - quasi ein digitales Arbeitsblatt für die Berufsschule. Die Aufgaben darin passen sich per Mausklick auf den Wissens- und Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler an.

"Gerade in der Zeit, in der Unterricht auf Distanz eine sehr bedeutende Rolle erhält, ist die Nutzung der App eine sehr gute Möglichkeit, Stoffgebiete kompetenz-orientiert und nachhaltig zu bearbeiten", befand die Jury.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) gratulierte den hessischen Gewinnerinnen und Gewinnern und sagte: "Lehrkräfte wie Daniela Heinrich-Stiller, Florian Bagus und Norman Seeliger sind ein Geschenk für ihre Schülerinnen und Schüler, denn sie vermitteln ihnen nicht nur Lernstoff, sondern begeistern sie regelrecht für den Unterricht."

Über 6.400 Lehrkräfte hatten sich am Deutschen Lehrerpreis beteiligt - insgesamt 19 Preise wurden verliehen. Der Deutsche Lehrerpreis wird vom Deutschen Philologenverband und die Heraeus Bildungsstiftung veranstaltet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 04.05.2021, 19.30 Uhr