Motivationscoach Kelechi Onyele ist hr-Mutmacher

Kelechi Onyele ist Motivationstrainer. Der Frankfurter coacht Vorstandsvorsitzende und Nachwuchsfußballer. Im Interview erklärt er, wie Menschen ihre Ziele erreichen können.

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Coach Kelechi Onyele
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Tanzen, Fußball und Menschen weiter bringen. Der Frankfurter Kelechi Onyele hat seine drei Hauptleidenschaften zum Beruf gemacht. Als Choreograph besaß er jahrelang ein Tanzstudio in Frankfurt und war mit Stars wie Kylie Minogue auf Tour. Heute ist er Motivator. Der 44-Jährige coacht Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen, die Nachwuchsprofis der DFB-Jugend, aber auch viele Schulkinder.

Kürzlich hat Onyele sein erstes Buch unter dem Titel "Du bist die Lösung: das Geheimnis von Persönlichkeit und innerer Stärke" veröffentlicht. Auch im hr-fernsehen ist Onyele seit einigen Tagen als Mutmacher unterwegs und hilft Menschen. Im hessenschau.de-Interview erzählt er, wie er Motivationscoach wurde, wie er die DFB-Jugend coacht und was er tut, wenn er selbst mal Motivation braucht.

hessenschau.de: Herr, Onyele, wie wird man Motivationscoach?

Kelechi Onyele: Es war nie mein Berufsziel Coach zu werden. Eigentlich kam der Beruf eher über meine Leidenschaften zu mir. Als Kind wollte ich Apotheker werden, weil ich es toll fand, dass Menschen in die Apotheke gehen und Medikamente bekommen, die Sie gesund machen. Dass ich gerne Menschen helfe und sie Rat bei mir suchen, hat schon früh angefangen.

In der Schule war ich Klassensprecher, hab mich für die schwächeren Schulkinder eingesetzt oder mich gegen Mobbing auf dem Pausenhof engagiert. Im Fußball war ich Mannschaftskapitän, als Choreograph habe ich ich meine Tänzerinnen und Tänzer motiviert und große Produktionen geleitet. Heute baue ich auf all diesen Erfahrungen auf und helfe Schulkindern oder Vorstandsvorsitzenden großer Unternehmen, die Probleme haben.

hessenschau.de: Mit welchen Problemen kommen die Menschen zu Ihnen?

Kelechi Onyele: Viele Eltern schicken ihre Kinder zu mir, wenn ihr Kind Motivationsprobleme oder ein schwaches Selbstwertgefühl hat. Es kommen aber auch Eltern zu mir, die ihre Kinder emotional nicht mehr erreichen und jemanden benötigen, der eine andere Ansprache hat.

Die Vorstandsvorsitzenden, die zu mir kommen, haben andere Themen. Sie haben zum Beispiel ein großes Bedürfnis frei sprechen zu können, ohne gleich bewertet zu werden. Das sind häufig Personen, die viel Verantwortung tragen. Insgesamt geht es also oft um Motivation, Selbstwertgefühl und um einen Perspektivwechsel. Menschen mit schwerwiegenden Problemen muss ich aber abweisen und ihnen raten zum Psychologen zu gehen. Denn ein ausgebildeter Psychologe bin ich natürlich nicht.

hessenschau.de: Als Spezialtrainer coachen Sie auch die DFB-Jugend. Wie sieht Ihre Arbeit mit den Jugendlichen aus?

Kelechi Onyele: Ich habe ein Konzept für die Spieler entwickelt, das auf Bewegung und Persönlichkeitsentwicklung basiert. Das bedeutet, dass ich die Spieler durch Bewegung aktiviere, damit deren Körper und Geist zusammen finden. Das Rhythmusgefühl der Spieler sagt zum Beispiel viel über ihren Lebensrhythmus und Spielrhythmus auf dem Fußballplatz aus. Ich tanze also mit den Spielern und spreche im Anschluss mit ihnen über Gefühle wie Mut, Präsenz und offene Körpersprache auf dem Fußballplatz. Ein großes Thema ist aber auch Leistungsdruck und wie dieser über körperliche Bewegung und Tanz gelockert werden kann.

hessenschau.de: Von welcher Grundüberzeugung ist Ihr Coaching geleitet?

Kelechi Onyele: Entweder macht man das, was man liebt oder man macht gar nichts. Nur wenn man das, was man macht mit Begeisterung und Liebe macht, ist man auch bereit weiterzumachen, wenn es nicht so gut läuft. So erschafft man Leidenschaft. Meine Arbeitsmoral ist, dass ich liebe, was ich tue und dafür 100 Prozent gebe.

hessenschau.de: Sie motivieren anderen Menschen, was macht der Motivator, wenn er selbst mal Motivation braucht?

Kelechi Onyele: Ich brauche natürlich auch Motivation, die hole ich mir über mein Umfeld, Familie, Freunde oder Geschäftspartner, die ich sehr schätze, deren Meinung mir wichtig ist. Ich motiviere mich, indem ich mich nicht auf das konzentriere, was ich nicht habe, sondern auf das konzentriere, was ich habe. Ich verfolge ein höheres Ziel. Das bedeutet, dass ich kein eigensinniges Ziel habe, sondern eines, das einen Mehrwert für meine Mitmenschen hat. Außerdem vergesse ich nie, woher ich komme. Das heißt, dass mit allem, was ich mache, mit jeder Aktion mein Familienname verbunden ist. Das motiviert mich, jeden Tag aufzustehen und mein Bestes zu geben, um auch meine Familie zu ehren.

hessenschau.de: Was empfehlen Sie Menschen, die sich selbst motivieren möchten?

Kelechi Onyele: Jeden Abend, bevor man schlafen geht, sollte man sich vergegenwärtigen, was man schon im Leben hat. Meistens denkt man, dass das Kleinigkeiten sind, aber genau diesen sollte man danken. Morgens nach dem Aufstehen sollte man sich fragen: Wofür stehe ich auf, was möchte ich an diesem Tag erreichen? Die wichtigste Frage ist: Wie erreiche meine Ziele an diesem Tag? Die meisten Menschen wissen, was sie machen wollen, aber nicht, wie sie dort hinkommen. Es ist wichtig, sich eine Strategie zu erarbeiten, wie man selbst sein Ziel erreicht. Außerdem hilft es, sich Vorbilder zu schaffen, und sich die besten Eigenschaften dieser Person anzueignen.

Das Gespräch führte Anna Dangel.

Weitere Informationen

Der Mutmacher-mit Coach Kelechi aus der Krise

In der hr-Sendung "Der Mutmacher - Mit Coach Kelechi aus der Krise" hilft Kelechi Onyele Menschen, die etwas an ihrem Leben ändern wollen. In der ersten Folge trifft er auf eine Altenpflegerin, die aus ihrer Einsamkeit kommen möchte, eine Floristmeisterin die wegen Corona um ihre Existenz bangt und einen herzkranken Fußballer, der wieder ohne Angst auf den Fußballplatz gehen möchte. Die erste Folge ist auch in der ARD-Mediathek abrufbar.

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Sendung: hr-fernsehen, Der Mutmacher, 20.15 Uhr, 29.09.2020.