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Falsche Inzidenz-Hoffnung in Fulda

2020 auf der Frankfurter Zeil: Schilder weisen auf die Maskenpflicht hin.

Nach einem Software-Update werden die Zahlen von Corona-Neuinfektionen mindestens zweier hessischer Gesundheitsämter nur mit Verzögerung an das Robert-Koch-Institut übermittelt. Das Ergebnis: Die Inzidenzen in Frankfurt und im Kreis Fulda geben nicht die Realität des Infektionsgeschehens wieder.

Die Statistik hätte Hoffnung machen können: Tagelang lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Fulda unter der Schwelle von 350 - der stand also kurz davor, aus der Corona-Hotspot-Regelung des Landes zu fallen.

Von Sonntag bis Mittwoch lagen die Zahlen konsequent unter der Grenzmarke. So hätte der osthessische Kreis einige der zusätzlichen Restriktionen laut Regel eigentlich wieder lockern können. Doch daraus wurde nichts. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für Fulda eine Inzidenz von 618 - mehr als doppelt so hoch wie am Vortag.

Inzidenz in Fulda nur scheinbar gesunken

Der Grund dafür: Wegen eines technischen Problems bildet die derzeit offiziell an das RKI gemeldete Zahl der Corona-Fälle nicht die Realität im Landkreis ab. Auslöser war ein fehlgeschlagenes Update der Meldesoftware SurvNet. Das Ergebnis: Die tatsächlichen Fallzahlen können nur mit einer deutlichen Verzögerung übermittelt werden.

"Die Sieben-Tage-Inzidenz ist aus diesem Grund in den vergangenen Tagen nur scheinbar gesunken", erklärte das Gesundheitsamt Fulda bereits am Freitag in einer Pressemitteilung. Und nicht nur in Osthessen besteht das Problem.

Inzidenz spiegelt nicht die Realität wider

Im Gesundheitsamt Frankfurt werden die Zahlen bereits seit dem 18. Januar mit einer Verzögerung von anderthalb bis zwei Tagen übertragen. Auch jetzt "ist das Problem noch nicht behoben", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsamtes auf Anfrage des hr am Mittwoch mit. Allein in Frankfurt gebe es einen Rückstand von etwa 6.500 Meldungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz spiegele daher derzeit nicht die Realität wider.

Durch das fehlerhafte Update der Übermittlungssoftware sei es "seit einigen Tagen nicht möglich, alle Labormeldungen zügig einzulesen", wie es aus der Verwaltung hieß. Aktuell dürfte die Inzidenz laut Gesundheitsamt "vermutlich bei etwa 1.700" liegen. Das RKI wies am Donnerstag für Frankfurt 1.587 aus.

Nächstes Update am Freitag

Nach Angaben des RKI bewegt sich die Zahl der betroffenen Gesundheitsämter bundesweit im einstelligen Bereich. Um welche Gesundheitsämter es sich dabei konkret handelt, wollte das RKI auf Anfrage nicht mitteilen.

Somit bleibt zunächst unklar, ob neben Frankfurt und Fulda weitere hessische Kreise oder Städte mit der Meldung der Fallzahlen in Verzug sind. Hoffnung setzt man in Fulda auf ein weiteres Update, das für Freitag dieser Woche angekündigt ist. Danach sollen die Zahlen wieder in der gewohnten Geschwindigkeit gemeldet werden können.

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