Großes Wandplakat mit der Aufschrift "1971-2021 heute für morgen, 50 Jahre", an dem jungen Menschen vorbeigehen.

Im Vergleich zu anderen Hochschulen ist die Uni Kassel recht jung. Doch: Schon viele gute Ideen haben es von hier aus in die weite Welt geschafft. Fünf Fakten zum 50. Geburtstag.

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Hessens nördlichste Hochschule, die Universität Kassel, feiert an diesem Freitag mit einem Festakt ihr 50-jähriges Bestehen. Am 25. Oktober 1971 offiziell gegründet, nahm die damalige Gesamthochschule Kassel (GhK) einen Tag später den Lehrbetrieb auf.

Mit viel Reformeifer galt die GhK in ihrer Gründungsphase als Gegenmodell zu den Traditionsuniversitäten. Hochschulzugang auch ohne Abitur, neuartige Studiengänge mit viel Praxisbezug, Studieren über Fächergrenzen hinweg und viel Eigenständigkeit der Lehrstühle - so lauteten die Ansätze damals, von denen heute viele Standard sind. Hier kommen fünf interessante Fakten zur Uni Kassel.

1. Vor jeder Haustür: die Biotonne

Eine braune Biotonne steht auf einer Straße, im Hintergrund ist ein orangenes Müllauto zu sehen.

Ein bisschen Uni steht vor jeder Haustür - deutschlandweit. Vier Studierende sollten 1982 am Uni-Standort Witzenhausen erforschen, wie man Grünmüll in der Landwirtschaft nutzen könnte. Hierfür brauchten sie vor allem eins: genügend Müll. In einem Pilotprojekt sammelten 500 Haushalte in Witzenhausen Obst- und Gemüsereste, alte Kaffeefilter und Grünschnitt: die Biotonne war geboren.

2. Schönheit aus Glas: die Perlflasche

Wasserrucksack PAUL, Perlflasche, Biotonne

230 Noppen und eine schlanke Taille, gefüllt mit Mineralwasser, Schorle oder Spezi. Die Mehrwegflaschen aus Glas stehen in jedem Getränkemarkt. Das Design für die sogenannte Normbrunnenflasche oder Perlflasche wurde an der Kunsthochschule Kassel von Günter Kupetz entwickelt und gilt als besonders nachhaltige Getränkeverpackung.

3. Ein Produkt für Krisen: PAUL, der Wasserrucksack

Wasserrucksack PAUL, Perlflasche, Biotonne

Weniger alltäglich ist eine Erfindung des Fachbereichs Siedlungswasserwirtschaft. Der Wasserrucksack PAUL kann bei Naturkatastrophen für sauberes Trinkwasser sorgen. Sein Vorteil: Er braucht weniger Platz als eine Wasserwiederaufbereitungsanlage und kann schnell in entlegene, ländliche Gebiete gebracht werden. Erst kürzlich wurde PAUL in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz eingesetzt, um aus schlammigem Wasser Brauchwasser zu erhalten.

4. And the Oscar goes to: Kassel

Die Filmemacher und Oscar-Gewinner Christoph und Wolfgang Lauenstein

Menschenähnliche Gestalten, die auf einer Platte balancieren und skrupellos um eine Truhe kämpfen. Oder ein Mensch aus Sand auf der Suche nach Wasser, der erst zermahlen und dann zu einem neuen Körper wird. Das klingt nach einem abendfüllenden Programm.

Es handelt sich hierbei um die Filme "Balance" von Christoph und Wolfgang Lauenstein (1989) und "Quest" von Thomas Stellmach und Tyron Montgomery (1996). Beide Filme wurden in Kassel an der Kunsthochschule - einem Fachbereich der Uni Kassel - produziert. Und beide gewannen einen Oscar in Hollywood.

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5. Keine documenta ohne Arnold Bode

Die Fassade des "ruruHauses" ist bemalt, hier arbeitet das Künstlerkollektivg Ruangrupa

Alle fünf Jahre verwandelt sich Kassel in eine internationale Metropole. Zur weltgrößten Kunstschau reisen Menschen aus der ganzen Welt an. Dass Kunstinteressierte mit Vorfreude auf das kommende documenta-Jahr blicken, ist einem waschechten Kasselaner zu verdanken. Der Maler und Kurator Arnold Bode studierte selbst an der Kasseler Kunstakademie, rief 1955 die erste documenta ins Leben und leitete sie gleich drei Mal.

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Die Universität Kassel in Zahlen

Zum Start der Gesamthochschule Kassel (GhK) waren 1971 insgesamt 2.900 Studierende eingeschrieben. Schon 1991 hat die Hochschule statt der geplanten rund 10.000 Studienplätze bereits 16.000 Studierende gehabt. Heute studieren fast 24.000 Menschen an den acht Standorten in Kassel, Witzenhausen (Werra-Meißner) und Frankenhausen (Kassel), davon mehr als 13 Prozent Studierende aus aller Welt. Sie alle können aus insgesamt 154 verschiedenen Studiengängen wählen. Mit gut 3.000 Beschäftigten gehört die Hochschule zu den 20 größten Arbeitgebern der Region.

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50 Jahre Uni Kassel: Das Festprogramm

Wer sich für das Jubiläum der Uni Kassel interessiert, der kann sich auf der eigens eingerichteten Homepage informieren. Bis zum 9. Januar zeigt eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Forschung und Geschichte(n) aus der Uni. Mit der App "Treffen wir uns" bietet die Hochschule Einblicke in Labore, Werkstätten und Ateliers. Dazu gibt es eine digitale Ausstellung. Ein großes Campusfest soll das Jubiläumsjahr im nächsten Sommer abschließen.

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