Portrait von Felix Kläres. Er sitze neben seinem 3D-Drucker, im Hintergrund ist seine Werkstatt mit technischen Geräten zu sehen.

Morgens Schule, nachmittags Chef im eigenen Unternehmen: Mit 15 Jahren hat Felix Kläres aus Ober-Ramstadt schon seine eigene 3D-Druck-Firma. Jetzt hat er sich für den hessischen Gründerpreis beworben - als jüngster Bewerber aller Zeiten.

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hsk Beiträge 11.08.2020
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Kundengespräche führen, Buchhaltung managen und Projekte für das eigene Unternehmen realisieren - all das gehört zum Alltag von Felix Kläres. Dabei ist er gerade mal 15 Jahre alt und geht noch zur Schule. Anders als die meisten Teenager in seinem Alter beschäftigt er sich nach den Hausaufgaben schon mal mit Konkurrenzanalysen oder der Steuererklärung.

"Das ist vielleicht nicht immer so erfreulich, aber es gehört eben dazu", sagt der Elftklässler und grinst. Vor knapp eineinhalb Jahren hat er seine eigene Firma "3D for you" gegründet: Ein Dienstleistungsunternehmen für 3D-Modellagen. Begonnen hat alles mit Motorattrappen von Flugzeugmodellen, sagt er. Das ist ein großes Hobby von ihm und seinem Vater.

"Gewisser Geschäftssinn": Aus Hobby wird Unternehmen

"Wir haben an Flugzeugmodellen gebastelt und wollten eine Motorattrappe einbauen, um das Modell realistischer zu machen", erzählt er. Als er dann mit seinem Vater im Internet nach einer Motorattrappe sucht, findet er nichts Passendes. Kurzer Hand entwickelt der Schüler die gewünschte Attrappe einfach selbst - und zwar mit seinem ersten 3D-Drucker, den er zusammen mit seinem Vater kauft.

Die Technik bringt er sich selbstständig bei und konstruiert mit der Zeit immer mehr Flugteile, die auch bei seinem Modellflugverein auf großes Interesse stoßen, erinnert sich Vater Ulrich Kläres. "Und von irgendwem muss Felix einen gewissen Geschäftssinn geerbt haben, sodass er dann ein eigenes Business draus machen wollte."

Felix Kläres bei der Arbeit am 3D Drucker

Unternehmen mit 14 Jahren gegründet

Mit dem Einverständnis seiner Eltern und nach einem Besuch beim Vormundschaftsgericht in Darmstadt gründet der damals 14-jährige seine eigene Firma, neben der Schule. Die sei aber immer noch erste Priorität, versichert Felix. "Wenn ich eine Phase habe, wo ich zum Beispiel fünf Arbeiten schreibe, dann ist gar keine Zeit für die Firma und dann nehme ich keine Aufträge an."

Das Thema Zeitmanagement sei manchmal noch ein kleiner Kampf, sagt Vater Ulrich und lacht. "Hin und wieder muss man ihm schon den Hinweis geben, dass es noch die Schule mit wesentlichen Dingen gibt, die man erfüllen muss". Das klappe mit der Zeit aber immer besser.

Größter 3D-Auftrag war Wohnprojekt in Köln

Drei bis vier Kundenaufträge hat Felix im Monat. Mittlerweile aber nicht mehr nur für 3D-Modellflugteile. Sein Dienstleistungsangebot ist vielseitig. Eins seiner größten Projekte war zum Beispiel die 3D-Animation und der 3D-Druck eines Wohnprojekts in Köln. Dafür musste er sogar einen Zulieferer in China beauftragen, erzählt der 15-Jährige.

Wie viel der Schüler mit seinem Unternehmen verdient, will er nicht verraten. Auf das Geld komme es ihm aber auch nicht an. "Mir macht das einfach Spaß. Und ich lerne gerne dazu", sagt Felix. Das sei für ihn das Wichtigste.

Jüngster Bewerber für Hessischen Gründerpreis

Dass seine Aktivitäten für sein Alter besonders sind, weiß er. Trotzdem fühle er sich wie ein ganz normaler 15-Jähriger. "Ich kann vielleicht Sachen, die andere in dem Alter nicht können", erklärt er. "Aber trotzdem treffe ich mich mit Freunden, habe meinen Sport und meine Schule."

Vor kurzem hat er sich für den Hessischen Gründerpreis beworben, der im Herbst verliehen wird, als jüngster Bewerber aller Zeiten. Bei dem Wettbewerb will er vor allem Kontakte für die Zukunft knüpfen. Denn nach der Schule will er mal Medizintechnik studieren, sagt er. Und auch in diesem Bereich träume er schon jetzt davon, sich irgendwann selbstständig zu machen.

Weitere Informationen

Hessischer Gründerpreis

Mit dem Hessischen Gründerpreis werden seit 2003 junge Unternehmen ausgezeichnet, die ihren Hauptsitz in Hessen haben und nicht länger als fünf Jahre am Markt sind. Es gibt vier Kategorien: Innovative Geschäftsidee, Zukunftsfähige Nachfolge, Gesellschaftliche Wirkung und Gründung aus der Hochschule.

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hr-fernsehen, hessenschau, 11.08.2020, 19.30 Uhr