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Novavax: Kaum Nachfrage nach Impfstoff

Schriftzug Novavax, davor eine Hand, die mit einer Spritze Flüssigkeit aus einer Ampulle zieht

In den Novavax-Impfstoff waren viele Hoffnungen gesetzt worden. Das proteinbasierte Vakzin sollte all jene "Impfskeptiker" ansprechen, die der mRNA-Technik nicht trauen. Doch bislang hält sich die Nachfrage in sehr engen Grenzen.

In Sachen Impfbereitschaft war Nuvaxovid so etwas wie ein Hoffnungsträger. Das proteinbasierte Corona-Vakzin des US-Unternehmens Novavax sollte all jene zur Impfung motivieren, die der mRNA-Technologie der bisher vorhandenen Impfstoffe ablehnend gegenüberstehen. Doch der große oder zumindest kleine Andrang, mit dem die Behörden gerechnet haben, ist bislang ausgeblieben.

Gerade einmal 1.000 Menschen haben sich hessenweit in der vergangenen Woche mit dem Novavax-Serum impfen lassen. Dies ergibt sich aus den Zahlen des Impf-Monitorings des Robert Koch-Instituts (RKI) Mehr als 98 Prozent des vorrätigen Impfstoffs blieben damit ungenutzt.

Ungeimpfte sehen keinen Bedarf

Hessen bildet dabei bundesweit keine Ausnahme. Auch in allen anderen Bundesländern blieb die Nachfrage nach dem neuartigen Impfstoff gering. Als Grund für die Zurückhaltung hat das Sozialministerium in Wiesbaden im wesentlichen zwei Gründe ausgemacht. Zum einen hätten die Nachrichten über den milderen Verlauf der Omikron-Variante sowie die sinkenden Infektions- und Hospitalisierungszahlen dazu geführt, dass bislang ungeimpfte Personen derzeit keine Notwendigkeit sehen, sich immunisieren zu lassen.

Zum anderen zeige sich immer deutlicher, "dass bei vielen Ungeimpften nicht - wie angenommen - die Angst vor den mRNA-Impfstoffen der Grund dafür war, sich nicht impfen zu lassen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des RKI.

Wiesbaden musste Termine absagen

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kam bereits in der vergangenen Woche Volker Heyl, der ärztliche Leiter der Abteilung Mobiles Impfen beim Wiesbadener Gesundheitsamt. In der Landeshauptstadt habe man vor allem mit Andrang von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gerechnet, die unter die einrichtungsbezogene Impfpflicht fallen. "Wir haben erwartet, dass wir dafür mehrere Termine brauchen werden", so Heyl, "stattdessen war es so, dass wir gleich den ersten Termin am 28. Februar nicht voll bekommen haben."

Bei Gesprächen mit denjenigen, die sich dennoch mit Novavax impfen ließen, habe sich gezeigt, dass nur ein kleiner Teil bewusst auf den sogenannten "Totimpfstoff" gewartet habe. Die meisten, die sich nun hätten impfen lassen, hätten Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsstelle oder sozialer Ächtung. "Wir werden uns der Thematik stellen müssen, dass wir mit medizinischen Argumenten viele Leute nicht mehr erreichen", betonte Heyl.

Impflücke wird nicht geschlossen

Auch an den hessischen Krankenhäusern und Kliniken ist die Nachfrage nach Nuvaxovid alles andere als hoch. Auf hr-Anfrage berichten die größten hessischen Klinikbetreiber, dass entsprechende Vorräte zwar eingetroffen sind, bislang aber kaum in Anspruch genommen werden. Einige Kliniken wollen im Laufe dieser Woche noch einmal spezielle Impftage durchführen, um ungeimpftes Personal von dem Impfstoff zu überzeugen.

Dass sich damit die bestehende Impflücke im Gesundheitswesen schließen lässt, bezweifeln die Krankenhausbetreiber. Immerhin aber ist diese "Lücke" deutlich kleiner als in der Gesamtbevölkerung. Die Impfquote bei den Beschäftigten in den hessischen Kliniken liegt nach Angaben der Betreiber bei über 90 Prozent. Hessenweit ist nach wie vor ein Viertel der Bevölkerung - mehr als eine Million Menschen - ungeimpft.

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