Polizei auf dem Opernplatz in Frankfurt

Das Polizeiaufgebot und die nächtliche Sperrstunde scheinen viele Feiernde vom Frankfurter Opernplatz fernzuhalten. Der Freitagabend am Party-Hotspot verlief erneut friedlich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Opernplatz wird friedlich geräumt

Polizisten am Frankfurter Opernplatz
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Knapp zwei Wochen nach den Ausschreitungen auf dem Opernplatz hat Frankfurt erneut einen friedlichen Freitag erlebt. In der Nacht zu Samstag blieb es ruhig, wie die Polizei mitteilte. Kurz nach Mitternacht hielten sich demnach noch rund 20 Menschen auf dem Platz auf, verließen diesen jedoch vor Beginn der Sperrstunde um 1 Uhr. Die Polizei habe nicht eingreifen müssen, es habe keine Festnahmen gegeben. Die Beamten waren erneut in größerer Zahl auch für Kontrollen im Stadtgebiet unterwegs. Auch ein Wasserwerfer stand vor Ort parat.

Nach Polizeiangaben ging die Zahl der Feiernden auf dem Platz erneut zurück. Genaue Angaben lagen aber nicht vor. Angesichts der starken Polizeipräsenz hatten sich schon vor einer Woche nur jeweils wenige hundert Menschen in kleinen Gruppen auf dem Platz versammelt. Zuvor lag die Zahl noch bei bis zu 3.000.

Neue Betretungsregeln dauern an

Vor zwei Wochen hatten Krawalle für Aufsehen gesorgt, Polizisten waren nach einer Schlägerei aus der Menge der Feiernden heraus mit Flaschen beworfen worden. Mindestens fünf Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt, mehrere Streifenwagen beschädigt. Seitdem gilt an Wochenenden ab Mitternacht ein Betretungsverbot für den Platz, in der Stadt ist eine Vielzahl von Einsatzkräften unterwegs.

Der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, warnte in dem Zusammenhang mit Verweis auf die erhöhte Polizeipräsenz vor einer Kriminalisierung junger Migranten und "Racial Profiling". Dass Politik und Polizei mit verstärkter Präsenz auf die Ausschreitungen reagierten, sei gerechtfertigt und verständlich, betonte Mendel. "Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen dürfen aber nicht dazu führen, dass junge Menschen mit vermeintlich migrantischem Aussehen kriminalisiert werden, sobald sie sich im öffentlichen Raum bewegen."

Debatte um "Racial Profiling"

Es waren Vorwürfe laut geworden, dass die Polizei am Wochenende nach den Krawallen, besonders viele Menschen migrantischer Herkunft kontrolliert habe. Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte diesen Vorwurf zurückgewiesen.

Auch für die Nacht auf Sonntag gelten die neuen Regeln: Ab Mitternacht darf der Platz nicht mehr betreten werden, ab 1 Uhr muss er geräumt sein.

Sendung: hr-iNFO, 01.08.2020, 6.00 Uhr