Ministerin Kühne-Hörmann und hr-Intendant Krupp üben einen coronagemäßen Handschlag aus. Im Hintergrund ein Bildschirm mit einer Grafik mit der Aufschrift "Keine Macht dem Hass" und vielen Logos.

Immer häufiger schlagen Diskussionen in den sozialen Netzwerken in Hassrede um - auch auf den Kanälen des hr. In Kooperation mit Behörden und einer Meldeplattform setzen wir uns dafür ein, sachlichen Austausch zu fördern, die Meinungsfreiheit zu schützen und Straftaten zu verhindern.

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zum Video Hate Speech: Was können wir gegen Hass im Internet machen?

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Der Anschlag in Hanau, die Schüsse auf einen Eritreer in Wächtersbach, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke: Immer wieder werden rassistische Taten von Hass und Hetze im Internet begleitet. Und auch in der Corona-Pandemie hat sich der Ton in den sozialen Netzwerken noch einmal deutlich verschärft. Das merken auch die Journalistinnen und Social Media-Redakteure im hr bei ihrer täglichen Arbeit: Immer häufiger werden sie selbst zum Ziel von Anfeindungen.

Mit dem Beitritt zur Kooperation #KeineMachtdemHass zeigt der hr nicht nur klare Kante gegen Hetze im Netz, sondern verpflichtet sich auch dazu, strafbare Hasskommentare zu melden. Am Donnerstag unterzeichnete Intendant Manfred Krupp die Vereinbarung im Beisein von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU).

hr-Intendant Krupp: "Konsequent gegen Bedrohung einschreiten"

"Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das ist gerade uns Journalist:innen besonders bewusst", sagte Manfred Krupp. "Wenn sachliche Kritik an unserer Arbeit in offene Hassrede umschlägt, wenn Nutzer:innen im Netz beleidigt und bedroht werden, dann müssen wir konsequent einschreiten. Denn Hassrede vergiftet nicht nur den Austausch über die Sozialen Medien, sie ist in vielen Fällen sogar strafbar."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Intendant: "Menschen müssen sich angstfrei an Debatten beteiligen können"

Ministerin Kühne-Hörmann und hr-Intendant Krupp üben einen coronagemäßen Handschlag aus. Im Hintergrund ein Bildschirm mit einer Grafik mit der Aufschrift "Keine Macht dem Hass" und vielen Logos.
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Der hr habe die Initiative von Beginn an aktiv unterstützt und entsprechende Strukturen im Haus geschaffen. "Damit übernehmen wir Verantwortung für die nachhaltige Verbesserung des gesellschaftlichen Klimas", sagte Krupp.

Justizministerin: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk begleitet seriös durch die Krise

"Mit dem hr gewinnen wir einen wichtigen Akteur im Kampf gegen Hasskriminalität im Netz", sagte Justizministerin Kühne-Hörmann. Die Corona-Pandemie zeige, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinem seriösen und vielfältigen Angebot ein verlässlicher Begleiter für Bürgerinnen und Bürger durch die Krise sei.

"Gleichzeitig erklären sogenannte Querdenker-Gruppen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zum Feindbild, was oft in Hass und Hetze und sogar in Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten mündet. Dem müssen wir entschieden entgegentreten und klare Haltung zeigen."

Weitere Informationen

Hetze im Netz melden

Über das Portal hessengegenhetze.de und die App MeldeHelden können Nutzerinnen und Nutzer Hassrede und andere verbale Ausfälle an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt entscheidet dann, ob eine Straftat vorliegt. Zudem finden Betroffene in der App die Kontaktdaten für Opferberatungsstellen, die auch helfen können, wenn es sich bei dem Kommentar um keine Straftat gehandelt haben sollte.

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Ziel der Initiative #KeineMachtdemHass ist es, die Meinungsfreiheit zu stärken und sachlichen Austausch zu fördern. Repräsentative Studien zeigen, dass sich Menschen seltener an Diskussionen im Netz beteiligen, wenn sie dort von anderen Nutzerinnen und Nutzern beleidigt, bedroht oder eingeschüchtert werden.

Seit Beginn der Kooperation im November 2019 haben die Strafbehörden mehr als 6.300 Meldungen und Anzeigen überprüft und knapp 2.000 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei wurden 670 Verdächtige identifiziert. Partner der Kooperation sind neben dem hr zivilgesellschaftliche Organisationen, die Universität Kassel, andere Medien sowie die hessische Justiz.

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