Porträts der fünf Bischöfe

In Weihnachtsbotschaften und Predigten zu Heiligabend haben die hessischen Kirchen das Thema Hoffnung und Frieden in den Fokus gerückt. Außerdem rief ein Bischof dazu auf, Geflüchteten zu helfen.

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Die Bedeutung von Weihnachten in Krisenzeiten

hs
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Zu Weihnachten haben die katholische und die evangelische Kirche in Hessen zu Frieden und Solidarität aufgerufen. Die Predigten der Bischöfe standen deutlich im Zeichen des Krieges in der Ukraine und weltweiter Krisen.

Limburger Bischof: Saat des Friedens in der Ukraine säen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat Friedensinitiativen im Ukraine-Krieg angemahnt. "Auch wenn die Unterstützung des völkerrechtswidrig überfallenen Landes durch alle benötigten Güter weitergehen muss, braucht es gleichzeitig jetzt schon Friedensinitiativen", sagte der Limburger Bischof am Sonntag: "Denn wie soll es sonst weitergehen, wenn hoffentlich bald endlich die Waffen schweigen?"

Krieg erzeuge Hass, so Bätzing. Deshalb müsse man auch jetzt schon dafür sorgen, dass in der Ukraine eine Saat des Friedens ausgesät wird.

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„Wir müssen Türen und Herzen öffnen für Benachteiligte, Notleidende und Geflüchtete.“ Georg Bätzing Georg Bätzing
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Tags zuvor hatte Bätzing in seiner Predigt zum Heiligabend in der Kapelle des Limburger Doms appelliert, "Türen und Herzen zu öffnen" und Wohlstand mit benachteiligten Menschen, Notleidenden und Geflüchteten zu teilen. Der im Viehstall geborene Jesus kenne das Flüchtlingsschicksal und "die Kaltschnäuzigkeit derer, die die Grenzen dicht und die Taschen zuhalten", sagte Bätzing. Das Argument, man könne nicht alle Nöte dieser Erde lösen, gelte aus seiner Sicht nicht. "Doch, wir könnten, wenn wir wollten", sagte er.

Fuldaer Bischof: Zeichen der Hoffnung auf Frieden

Auch der Fuldaer Bischof Michael Gerber rief mit besonderem Blick auf den Ukraine-Krieg zu Solidarität mit den Bedrängten und Verfolgten auf. In seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag im Fuldaer Dom sagte er, diejenigen, die Gewaltherrschern unter Lebensgefahr mutig entgegenträten, benötigten unsere Unterstützung: "Sie sind es, die in unserer Zeit ihren Mund aufgemacht haben, ob in Moskau, Minsk, Teheran und an unzähligen anderen Orten, und dafür mit Verfolgung, Gefängnis und Folter bezahlen müssen."

Gerber zog hier eine Parallele zu den Christen der ersten Jahrhunderte. Konkret nannte er die Fuldaer Stadtpatrone Beatrix, Faustinus und Simplicius, die in Rom als frühchristliche Märtyrer ums Leben kamen. Schon immer setzten Gewaltherrscher darauf, dass das Wort ihrer Kritiker irgendwann verstumme, ihr Aufschrei verhalle und Grabesruhe eintrete. Doch selbst die zunächst schwache Stimme des Kindes in der Krippe zu Bethlehem sei nie wieder verstummt, betonte Gerber.

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„Das Licht von Weihnachten hat die Kraft, den Nebel des Zweifels, der Unsicherheit und der Angst zu vertreiben.“ Michael Gerber Michael Gerber
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Trotz der bedrückenden Voraussetzungen könne Weihnachten auch dieses Jahr ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens setzen, sagte Gerber in seiner Videobotschaft an Heiligabend tags zuvor: "Das Licht von Weihnachten hat die Kraft, den Nebel des Zweifels, der Unsicherheit und der Angst zu vertreiben."

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Weihnachten: Gottesdienst auf Parkdeck

hs
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Mainzer Weihbischof: "Fürchtet euch nicht"

Der katholische Weihbischof von Mainz, Udo Markus Bentz, ging an Heiligabend auf zunehmende Ängste vor dem Krieg, vor sozialem Abstieg sowie vor politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen ein.

Auch der Kirche sitze die Angst im Nacken, sagte Bentz. Doch Gott stelle sich auch in harten Momenten an die Seite der Menschen, das zeige das "Fürchtet euch nicht" der Engel aus der Weihnachtsnacht.

Bischöfin von Kurhessen-Waldeck: Hoffnungsvoll bleiben

Ähnlich äußerten sich die evangelischen Kolleginnen und Kollegen in ihren Weihnachtsbotschaften. Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, ermutigte, trotz der vielen Krisen hoffnungsvoll zu bleiben.

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„Gott wird Mensch, er kommt in unsere dunkle Welt.“ Beate Hofmann Beate Hofmann
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Weihnachten sende die Botschaft: "Gott wird Mensch, er kommt in unsere dunkle Welt." Weihnachten sei "eine Unterbrechung und ein Gegengewicht zu all den Schrecken unserer Welt", sagte sie an Heiligabend in der Kasseler Martinskirche.

Kirchenpräsident der EKHN: Friedensbotschaft gilt weiter

Auch der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Volker Jung erinnerte zu Heiligabend an die Friedensbotschaft von Weihnachten. Manch einer frage sich, ob diese Botschaft wertlos sei, "weil das Leben so oft eine andere Sprache spricht". Trotz der Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg und andere Kriege sei aber festzuhalten: Die Friedensbotschaft von Weihnachten gebe es noch immer.

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„Gottes Menschlichkeit bleibt der große Widerspruch zu aller Unmenschlichkeit des Menschen.“ Volker Jung Volker Jung
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In einem Gottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche am ersten Weihnachtsfeiertag erinnerte Kirchenpräsident Jung auch an die Gemeinschaft stiftende Kraft der Weihnachtsbotschaft: "Als Menschen sind wir aufeinander angewiesen. Wir sind bestimmt, füreinander da zu sein." Das Kind in der Krippe sei darauf angewiesen gewesen, dass seine Eltern Maria und Josef für es da seien. Von Jesus' Leben gehe deshalb die Botschaft aus: "Seid füreinander da! Sucht Frieden auf Erden. Die Menschlichkeit Gottes ist und bleibt der große Widerspruch gegen alle Unmenschlichkeit des Menschen."

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