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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stadt Frankfurt stellt Kita-Konzept vor

Kindergartenkinder stehen in einer Reihe eng zusammen

Nach Pfingsten dürfen die hessischen Kitas wieder mehr als einen Notbetrieb anbieten. In Frankfurt heißt das: bis zu drei Tage Betreuung für alle. Doch nicht jede Stadt sieht sich dafür gerüstet.

Viele Eltern und Kinder haben sich den Tag sehnlichst herbeigewünscht: Am Dienstag nach Pfingsten startet für hessische Kitas wie angekündigt der Schritt von der Notbetreuung zu einem eingeschränkten Regelbetrieb. (hier die Verordnung zum Download, ab §2).

Doch die Ungewissheit für Eltern, deren Nachwuchs nicht ohnehin von der Notbetreuung profitiert, bleibt: Kriegt mein Kind auch einen Platz? Im Landtag führte das gerade zu heftigem Streit. Denn Kommunen und andere Kita-Träger entscheiden selbst, wie weit das Angebot erweitert wird - je nach Raumangebot und Personal, das wegen Corona-Risiken fehlt.

Die Beispiele einiger größerer Städte zeigen: Die Lösungen auf dem Weg zu mehr Normalität fallen zum Teil sehr unterschiedlich aus. Das volle Programm ist nirgendwo in Sicht.

Bis zu drei Tage pro Woche für Frankfurter Kita-Kinder

In Frankfurt sollen laut den am Freitag veröffentlichten Richtlinien [PDF - 167kb] möglichst alle Kinder wieder in Teilzeit in Kindertagesstätten betreut werden.

  • Alle Kinder sollen an mindestens zwei Tagen in der Woche kommen können, wie die Stadt mitteilte. Ein dritter Tag könne in wechselweise angeboten werden. Die Kinder in der Notbetreuung seien von der Einschränkung ausgenommen.
  • Als durchschnittliche Gruppengröße empfiehlt die Stadt 70 Prozent des sonst Üblichen. . Es soll feste Gruppen geben, die sich nicht untereinander mischen.
  • Wenn nicht alle einen Platz bekommen können, sollen Kinder aus Familien mit besonderen Belastungssituationen bei der Platzvergabe bevorzugt werden. Zuständig für diese Entscheidung sei die jeweilige Kita vor Ort, nicht das Jugendamt.
  • Empfohlen, nicht angeordnet, werden den Kitas Betreuungszeiten von 8.00 bis 16.00 Uhr. Mit dem Verzicht auf Schichtbetrieb sollen so viele Kinder wie möglich zumindest zeitweise betreut werden können. Denn auch dadurch, dass einige Betreuer in den Kitas zur Risikogruppe gehören und nicht zur Kinderbetreuung eingesetzt werden können, sei mit Engpässen zu rechnen.
  • Außerdem gelten strenge Hygieneregeln. Wenn möglich soll enger Körperkontakt vermieden, viel gelüftet und so viel Aktivität wie möglich im Freien stattfinden. Betreuern wird das Tragen einer Maske empfohlen, dieses sei jedoch nicht verpflichtend.

Vorschulkinder und ihre Geschwister sind in Wiesbaden zuerst dran

In Wiesbaden kann es hingegen noch bis zum 22. Juni dauern, bis alle Kinder wieder die Kita für mindestens zwei Tage besuchen können, wie die Stadt bekannt gegeben hat.

  • So sollen ab Dienstag neben den Kindern mit Notbetreuung zunächst alle Vorschulkinder und deren Geschwister wieder tageweise die Kita betreten dürfen. Ab Montag, 8. Juni, sollen dann die vier- und fünfjährigen Kinder und deren Geschwister tageweise dazu stoßen. Ab spätestens Montag, 22. Juni, sollen dann alle Kinder mindestens zwei Tage pro Woche die Kindertagesstätte besuchen. Je nach Betreuungssituation der jeweiligen Kitas könne dies auch schneller umgesetzt werden.
  • Einheitliche Betreuungszeiten wird es voraussichtlich nicht geben. Denkbar seien Halbtags-, Dreiviertel- und Ganztagsangebote. Schichtmodelle sollen vermieden werden.
  • Eltern sollen in der Regel am Ende einer Woche von ihrer Kita darüber informiert werden, an welchen Tagen der kommenden Woche ihr Kind betreut werden kann.
  • Neuaufnahmen sollen möglichst auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben werden.

Schrittweiser Einstieg für Marburger Kita-Kinder

Anders als in der Kreisstadt Gießen, wo alle 3.300 Kita-Kinder zumindest halbtags bald wieder in die Einrichtungen gehen dürfen sollen, müssen sich in Marburg einige Kinder noch gedulden, wie die Stadt in ihrem Konzept mitteilte.

  • Je nach Kita könnten demnach zwischen der Hälfte und drei Viertel der Kinder wieder in der Kita betreut werden. Manche Krippengruppen könnten wieder komplett öffnen und alle Kinder aufnehmen. Derzeit nehmen die Eltern in der Notbetreuung nach Angaben der Stadt mit insgesamt 1.134 Kindern 36 Prozent der regulär zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze in Anspruch.
  • Als Orientierung für die Gruppengrößen gilt, dass bei den Über-Dreijährigen eine Größe von mindestens zehn Kindern (50 Prozent der Plätze), bei den Unter-Dreijährigen eine Größe von mindestens acht Kindern ermöglicht werden soll.
  • Um so viele Betreuungsplätze wie möglich anbieten zu können, werden in Einzelfällen Öffnungszeiten der Kitas eingeschränkt werden, damit ausreichend Personal für die Betreuung mehrerer Gruppen eingesetzt werden kann.

Eltern kleiner Kita-Kinder in Kassel müssen bangen

Eine verbindliche Betreuungszusage für kleinere Kita-Kinder gibt es in Kassel vorerst weiterhin nicht, wie einer Mitteilung der Stadt Kassel zu entnehmen ist [PDF - 273kb].

  • Neben der Notbetreuung werden demnach ab dem 2. Juni vorrangig die Kinder betreut, die kurz vor der Einschulung stehen und Kinder, die einen besonderen Sprachbedarf haben.
  • Darüber hinaus müsse jede Kindertagesstätte in Kassel selbst ermitteln, wie viele weitere freie Plätze angeboten werden können. Eltern müssten den Stand direkt bei ihrer jeweiligen Kita erfragen.

Sendung: hr3, 29.05.2020, 11.00 Uhr