Circa 200 Menschen der "Querdenker"-Bewegung haben sich zu einer Demo im Frankfurter Rebstockpark versammelt.

Frankfurt stellt sich quer: Eine für Sonntag angekündigte Demonstration von Corona-Kritikern ist am Widerstand der Polizei und wohl auch mangels Zuspruchs aus der "Querdenker"-Szene gescheitert. Übrig blieb ein spontanes Treffen.

Statt einer Großkundgebung mit mindestens 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde der geplante Medien-Protest der "Querdenken"-Bewegung am Sonntag in Frankfurt zum Spießrutenlauf für die Corona-Kritiker. Die von der Stadt auf das Rebstockgelände verlegte Protestaktion wurde von den Organisatoren zunächst kurzfristig abgesagt und später doch als spontanes Treffen nachgeholt.

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hessenschau vom 11.04.2021
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Rund 400 "Querdenker" versammelten sich am Nachmittag auf der Wiese am westlichen Stadtrand. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Zunächst war von 200 Protestierenden die Rede.

Ursprünglich sollte die Kundgebung unter dem Motto "Wie viel kann man euch noch glauben? - Medienkritik und Kulturerhalt" nahe dem Hessischen Rundfunk stattfinden. Das wurde bereits im Vorfeld untersagt. "Da hätten die Corona-Richtlinien einfach dagegengesprochen", sagte der Polizeisprecher. Auch ein geplanter Demonstrationszug Richtung Innenstadt wurde nicht genehmigt.

Massives Polizeiaufgebot

Nachdem es zuletzt in Kassel trotz einer gerichtlich verfügten Verlagerung in Außenbezirke zu einer Großdemonstration mit rund 20.000 "Querdenkern" im Stadtzentrum gekommen war, wollten die Einsatzkräfte ein ähnliches Szenario diesmal vermeiden. Mit entsprechend starken Kräften war die Polizei den ganzen Tag im gesamten Stadtgebiet vertreten. Bereits am Hauptbahnhof wurden Demonstrantinnen und Demonstranten in Empfang genommen und auf die Verlegung der Kundgebung hingewiesen.

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Eine Polizeigruppe läuft über das Frankfurter Rebstockgelände.
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"Querdenker", die sich trotzdem auf den Weg zum hr machten, wurden von der Polizei zurückgewiesen. Dutzende Einsatzwagen sicherten das gesamte Areal. Auch am Paulsplatz und nahe der Europäischen Zentralbank wurde massiv kontrolliert. Das ebenfalls stark kontrollierte Rebstockgelände wurde von den Protestierenden zunächst nicht angesteuert und die dort angemeldete Veranstaltung vorübergehend abgesagt.

Gegendemonstration am hr

Die "Querdenker"-Bewegung rief nach der Absage in den sozialen Medien zunächst dazu auf, sich einer Demo für den Wikileaks-Gründer Julian Assange an der Weseler Werft am östlichen Mainufer anschließen zu wollen. Die Organisatoren der Assange-Demo sagten ihre Veranstaltung daraufhin ab. In der Nähe des hr fand indes eine Gegendemonstration mit ungefähr 150 Menschen statt. Auch Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbands (djv) machten sich für die Pressefreiheit stark.

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Mitglieder des Journalisten-Verbandes ziehen durch die Straßen vor dem Hessischen Rundfunk.
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Die im Stadtgebiet verteilten kleineren "Querdenker"-Gruppen beschlossen schließlich, sich doch noch auf den Weg zum Rebstockgelände zu machen. Dort fand letztlich ein spontanes Treffen der Corona-Kritiker statt. Statt der im Vorfeld teilweise erwarteten weit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden sich bei einsetzendem Regen rund 400 Protestierende ein.

Die Polizei kontrollierte dabei weiterhin die Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen. Ein Versammlungsteilnehmer, der sich geweigert habe, eine Maske zu tragen und aggressiv geworden sei, wurde festgenommen. Weitere Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Gegen 18 Uhr war die Veranstaltung beendet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.04.2021, 19.30 Uhr