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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klimaaktivistin Clara will doch noch an Klimakonferenz teilnehmen

Klimaaktivistin Clara von Glasow  auf der "Regina Maris“

Eigentlich wollte die Klimaaktivistin Clara von Glasow mit dem Segelschiff zum UN-Klimagipfel in Chile reisen. Doch dann wurde der nach Madrid verlegt und ihr Boot ist nun in Südamerika. Trotzdem will die Wiesbadener Studentin noch an der Konferenz teilnehmen - nur anders als geplant.

Belém ist ein Problem: Die Stadt liegt in Brasilien - und damit eigentlich auf der falschen Seite des Atlantischen Ozeans. Zumindest, wenn es um das Ziel geht, das die Wiesbadener Studentin Clara von Glasow und 32 weitere Aktivisten auf dem Segelschiff "Regina Maris“ hatten. Sie alle wollten an der UN-Klimakonferenz in Chile teilnehmen. Anfang Oktober brachen sie in Amsterdam auf, um gemeinsam nach Südamerika zu segeln, als klimafreundliche Alternative zum Fliegen. Sie würden nur ein bisschen länger brauchen. Dachten sie. Doch dann kam alles anders.

"Das wäre komplett gegen unsere Ideale gewesen"

Wegen den Unruhen in Santiago wurde der Klimagipfel in Chile abgesagt. Neuer Tagungsort wurde Madrid. Auf der anderen Seite des Ozeans. Dort, wo die Klimaaktivisten eigentlich herkamen. Als die Segler von der Entscheidung erfuhren, hatten sie gerade die Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas in Richtung Brasilien verlassen. Noch wäre aber Zeit gewesen umzukehren.

Trotzdem entschied sich die Gruppe dafür, Kurs auf Brasilien zu halten. "Mir ist es schwergefallen zu sagen, dass ich die Teilnahme an dem Klimagipfel aufgebe", sagt Clara von Glasow. "Es ist unglaublich schade. Für uns alle war es ein großer Traum, zum Klimagipfel zu kommen."

Ein Grund für die Weiterfahrt: fünf Aktivisten an Bord wollten an einer alternativen Klimakonferenz im Amazonasgebiet teilnehmen. Ein zweiter Grund: "Wir hätten gegen den Strom und gegen die Winde und damit den kompletten Weg mit Motor fahren müssen", sagt Clara von Glasow. "Das wäre komplett gegen unsere Ideale gewesen."

Viel Frust und Tränen

Stattdessen segelten sie also weiter. “Wir hatten die vergangenen Tage immer wieder sehr persönliche Gespräche, bei denen viel Frustration rausgelassen wurde", sagt die Klimaaktivistin. "Wir haben uns viel in den Arm genommen und auch ein bisschen geweint." Wohl auch deshalb, weil sie viel Energie in die Erarbeitung neuer Konzepte für nachhaltiges Reisen gesteckt hatten, die sie eigentlich auf der Klimakonferenz vorstellen wollten. Alles umsonst?

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Ende vergangener Woche landete das Schiff nun in Belém. Wie weiter? "Ich werde jetzt auf keinen Fall Urlaub machen, sondern die Zeit effektiv nutzen", sagt die Wiesbadener Studentin. Die Gruppe will nun doch noch einen Weg finden, an der Klimakonferenz teilzunehmen.

Aktivisten planen online am Klimagipfel teilzunehmen

In den kommenden Tagen soll die Regina Maris auf die französische Insel Martinique in der Karibik weitersegeln. Dort wollen die Aktivisten eine Art Dependence der Klimakonferenz aufbauen - rund 6.000 Kilometer von Madrid entfernt. Die Aktivisten planen einen Livestream mit Videoeinspielern in die spanische Hauptstadt, in dem sie ihre Umweltkonzepte vorstellen wollen.

"Mit dem Stream wollen wir zeigen, dass man auch online effektiv an einer Konferenz teilnehmen kann", sagt Clara von Glasow. Das sei sogar klimafreundlicher. Denn zur UN-Klimakonferenz reisten jedes Jahr mehr als 20.000 Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten aus aller Welt an - die meisten von ihnen wohl auch dieses Jahr wieder mit dem Flugzeug.

Sendung: hr-iNFO, 20.01.2019, 13.14 Uhr