Kai Klose

Zwei Wochen Kontaktverbot zeigen ihre Wirkung: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Hessen ist erneut schwächer gestiegen. Eine verlässliche Prognose wagt Gesundheitsminister Klose dennoch nicht.

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Kann Hessen die vielzitierte Kurve der Infektionen mit dem Coronavirus verflachen? Eine Prognose dazu wollte Gesundheitsminister Kai Klose auch nach gut zweiwöchiger Kontaktbeschränkung im Land am Montag noch nicht wagen. "Man kann davon ausgehen, dass es sich rund um Ostern wirklich zeigt, inwieweit die Maßnahmen gegriffen haben", sagte der Grünen-Politiker auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden.

Eine "gewisse Wirkung" der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens auf die Ausbreitung des Virus sei aber zu beobachten, erklärte Klose. Das legen auch die neuesten Zahlen aus Kloses Ministerium mit Stand von Montag, 14 Uhr, nahe. Hessen zählt demnach 4.668 Infizierte, das ist im Vergleich zum Sonntag eine moderate Steigerung von 101 Fällen.

Die aktuelle Verdoppelungszeit der bestätigten Infizierungen in Hessen liegt damit bei 15,9, also knapp 16 Tagen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die bundesweite "Zielmarke" der Verdoppelungszeiten zuletzt auf 14 Tage erhöht. In dieser Hinsicht steht Hessen augenscheinlich also gut da.

"Noch nicht in einem Bereich, der uns beruhigen könnte"

Die vergangenen Wochenenden haben allerdings gezeigt, dass einige Fälle erst mit etwas Verzögerung in den Statistiken auftauchen. Deshalb, und auch weil die Zahl der bestätigten Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 um fünf Fälle auf 64 gestiegen ist, bekräftigte Klose: "Wir sind noch nicht in einem Bereich, der uns beruhigen könnte." Wichtigste Aufgabe sei es weiterhin, die Zahl der schwer Erkrankten so niedrig wie möglich zu halten, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

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Vorsichtiger Optimismus - unter diesem Stichwort könnte man die Pressekonferenz von Klose und dem Ärztlichen Direktor der Frankfurter Uniklinik, Jürgen Graf, zusammenfassen. "Relativ gut gerüstet" sei das hessische Gesundheitssystem nach aktuellem Stand, sagte Graf. Dafür sorge auch ein ständiger Austausch der Ämter und Einrichtungen in den Landkreisen. Als langfristige Prognose wollte aber auch Graf seine Worte nicht gedeutet wissen: "Wir kennen das genaue Ausmaß der Versorgung noch nicht."

13.272 freie Betten

Nach den jüngsten Zahlen vom Montagvormittag befinden sich derzeit 951 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus in hessischen Krankenhäusern – 64 mehr als noch am Sonntag. 13.272 Betten stehen nach Ministeriumsangaben aktuell noch leer, 250 davon für die schwerwiegendsten Fälle, also jene, die sowohl beatmungs- als auch intensivüberwachungspflichtig sind.

Weil die Kapazitäten vorhanden - und noch ausbaufähig - sind, werden laut Klose derzeit zehn Patienten aus Frankreich hierzulande behandelt. Ein angedachter Transport mit Erkrankten aus Italien nach Hessen werde nun doch nicht stattfinden. In dem schwer von der Corona-Epidemie getroffenen Land würden erfreulicherweise die Möglichkeiten zur Behandlung ausgebaut, berichtete der Minister.

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Hessischer Bußgeldkatalog

Noch mindestens bis zum Ende der Osterferien gelten in Hessen strenge Kontaktbeschränkungen. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder in Höhe von 200 bis 5.000 Euro. Besonders schwere Verstöße können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden.

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