Ein Demonstrant hält ein Schild mit dem Slogan "Ja 49" hoch.

Im Konflikt um den Weiterbau der A49 in Mittelhessen sind jetzt auch die Befürworter des Projekts auf die Straße gegangen. In Stadtallendorf trafen sie auf Gegner des Ausbaus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Demo der A49-Befürworter

Befürworter der A49 laufen im Demonstrationszug über ein Feld.
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"Baurecht statt Gewalt": In Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) haben am Sonntagmittag rund 300 Menschen für den umstrittenen Ausbau der A49 demonstriert. Dazu aufgerufen hatten Politiker, Unternehmen und Bürger aus der Region, die sich im Bündnis "Ja 49" zusammengeschlossen haben.

"Wir verfolgen weder rechts- noch linksextremistische Absichten", rief einer der Organisatoren ins Mikrofon. "Wir sind einfach Bürgerinnen und Bürger aus der Region und fordern heute schlicht den Ausbau der A49".

Stadtallendorf als Wirtschaftsstandort attraktiver machen

Die geplante Verlängerung der Autobahn soll Kassel und Gießen miteinander verbinden. Aus wirtschaftlichen Gründen sei dieser Lückenschluss dringend nötig, meinen die Befürworter. Sie erhoffen sich von dem Autobahnausbau, dass sich in Stadtallendorf neue Unternehmen ansiedeln, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Fahrten nach Kassel oder Gießen seien dann mit weniger Staus und Fahrzeit möglich. Für ortsansässige Unternehmen bedeute dies kürzere Transportzeiten, für Pendler kürzere Wege zur Arbeitsstelle.

Aufeinandertreffen mit Aktivisten verhindert

Auch die Anwohner entlang der B3 würden durch den wegfallenden Lärm und Verkehr profitieren. Die Befürworter der Autobahn verweisen darauf, dass zurzeit durch manche Ortschaften tausende Lkw am Tag fahren. Einige Bürger fänden auch, dass der Streit um den Ausbau nach jahrzehntelanger Planung endlich enden sollte.

Während ihres Protestmarschs trafen die A49-Befürworter auf etwa 70 Umweltaktivisten und Autobahngegner. Ein größeres Polizeiaufgebot verhinderte ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Gruppen.

Die Umweltschützer kritisieren insbesondere, dass für den Autobahnausbau ein Teil des Dannenröder Forstes abgeholzt werden soll. In Protestcamps rund um den Forst demonstrieren die Aktivisten gegen die Rodung. Zuletzt hatten sie einen juristischen Teilerfolg errungen. Seitdem dürfen sie dort auch übernachten.

Karte vom Dannenröder Forst mit Markierungen der Standorte der Aktivisten.

Am Samstag hatten 150 Aktivisten unter dem Motto "Fahrrad fahr'n statt Autobahn" gegen die Rodung protestiert. Vor einigen Tagen war es im Zuge der Räumung einer Barrikade zu einer ersten größeren Auseinandersetzung zwischen Aktivisten und Polizei gekommen.

Sendung: hr-iNFO, 27.09.2020, 15 Uhr