Passanten gehen bei Regenwetter über die Zeil in Frankfurt am Main.

Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte, geschlossene Clubs und Geisterspiele: Seit Dienstag gelten wegen der hochansteckenden Omikron-Variante neue Corona-Regeln in Hessen.

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Hessen verschärft ab Dienstag die Corona-Regeln. Bund und Länder hatten sich wegen der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus wenige Tage vor Heiligabend auf strengere Regeln geeinigt, die nun in Kraft treten.

In der Öffentlichkeit dürfen sich Geimpfte und Genesene nun nur noch in Gruppen von maximal zehn Personen treffen, Kinder bis 14 Jahren zählen nicht mit. Sind nicht geimpfte oder nicht genesene Menschen dabei, dann sind nach wie vor nur noch Treffen von einem Haushalt und maximal zwei weiteren Menschen aus einem Haushalt erlaubt.

Im privaten Bereich bleibt es in Hessen bei einer dringenden Empfehlung für diese Kontaktbeschränkungen. "Das machen wir seit Anfang der Corona-Krise und sind damit gut gefahren", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch vergangener Woche auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden. Die Wohnung sei ein geschützter Rahmen.

Geschlossene Clubs und Böllerverbot

Der Betrieb von Tanzlokalen, Clubs und Diskotheken wird landesweit und unabhängig von den örtlichen Infektionszahlen untersagt. Nur der Gastronomiebetrieb ist dort erlaubt. Die großen Silvesterpartys müssen in diesem Jahr also erneut ausfallen: Auch für den Silvesterabend gilt die Zehn-Personen-Regel, auf öffentlichen Plätzen darf es keine größeren Versammlungen geben. Raketen und Böller dürfen ebenfalls nicht verkauft werden, Wunderkerzen und Knallerbsen bleiben erlaubt.

Die Polizeien und Ordnungsämter wollen nach eigenen Angaben an Silvester präsent sein, um sicherzustellen, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. Ein Verstoß gegen die entsprechende Allgemeinverfügung könne mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro belegt werden, erklärte die Stadt Wiesbaden. Darmstadt hat für die Silvesternacht die Einsatzzeiten der Stadtpolizei ausgeweitet, sagte eine Sprecherin. Auch Fulda kündigte Kontrollen der öffentlichen Plätze an. Man baue zusätzlich auf das solidarische Verhalten der Bürger, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen am Dienstag.

Geisterspiele und Veranstaltungen bis 250 Personen

Auch bei Veranstaltungen gelten neue Regeln. Im Bund wurde beschlossen, überregionale Großveranstaltungen wie Profi-Fußballspiele wieder ohne Zuschauerinnen und Zuschauer stattfinden zu lassen. Der hessische Weg weicht ein wenig davon ab. Da man nicht genau definieren könne, ab wann eine Veranstaltung "überregional" ist, habe man beschlossen, dass bei einer Größenordnung ab 250 Teilnehmern eine Veranstaltung innen wie außen als Großveranstaltung gilt und ohne Zuschauer stattfinden muss.

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Vor einem Laden informiert ein Aushang "Vorübergehend Geschlossen".
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Die hessenweite Inzidenz betrug am Dienstag 168,0. Damit liegt die Inzidenz in Hessen seit knapp einer Woche unter der Marke von 200. Alle hessischen Kreise weisen eine Inzidenz von unter 300 auf. Die höchsten Werte hat der Kreis Fulda (276,2), gefolgt von den Städten Offenbach (265,9) und Frankfurt (238,7). Die niedrigste Inzidenz hat der Kreis Marburg-Biedenkopf (71,6).

Das Robert-Koch-Institut weist aber darauf hin, dass wegen der Feiertage weniger getestet und gemeldet wird. Dadurch seien die Zahlen weniger aussagekräftig als sonst.

"Omikron muss uns besorgen"

Fallende Inzidenzen und Hospitalisierungsrate seien ein gutes Zeichen, aber keines für Entspannung - "weil uns Omikron sehr besorgen muss", hatte Bouffier gesagt. Man nehme schließlich wahr, was in anderen europäischen Ländern passiere. Die neue Virusvariante gilt als deutlich ansteckender als Delta und könnte laut Prognosen schon in kurzer Zeit auch hierzulande zu einem steilen Anstieg der Infektionszahlen führen, wie das bereits in Großbritannien der Fall ist.

"Die Maßnahmen, die wir jetzt treffen, sind im Moment die Maßnahmen", sagte Bouffier. Es könne sein, dass aufgrund rascher Entwicklungen weitere getroffen werden müssten.

Die neuen Regeln sollen nun bis zum 13. Januar gelten. Das nächste Treffen von Bund und Ländern ist für den 7. Januar geplant. Bis dahin wolle der Expertenrat ein neues Gutachten auch mit Blick auf die Omikron-Variante vorlegen.

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