Menschen steigen aus einem Flugzeug der Aegean Airlines aus.

Eine Chartermaschine aus Athen hat 83 Menschen nach Kassel-Calden gebracht, darunter 18 Minderjährige, die unter gesundheitlichen Problemen leiden. Sie hatten zuletzt unter katatstrophalen Bedingungen in griechischen Flüchtlingslagern gelebt.

Videobeitrag

Video

zum Video Flüchtlingskinder angekommen

startbilder-nf
Ende des Videobeitrags

83 Menschen, die zuletzt unter desolaten hygienischen Bedingungen in Flüchtlingslagern auf griechischen Inseln gelebt hatten, sind am Freitagvormittag auf dem Flughafen Kassel-Calden gelandet. Neun der Menschen kommen nach Hessen.

Es handelt sich um 17 kranke Kinder und einen Jugendlichen mit ihren Familien: 32 Erwachsene und 33 minderjährige Geschwister, wie das Bundesinnenministerium bekanntgab. Sie stammen aus Afghanistan, Irak, den Palästinensischen Gebieten, Somalia und Syrien.

Neun Bundesländer nehmen die Menschen auf

Neben Hessen nehmen noch acht weitere Bundesländer die Kinder mit ihren Familien auf, die meisten (18) kommen nach Thüringen, Rheinland-Pfalz (16) und Nordrhein-Westfalen (14). Eine grundsätzliche Quarantäne sei nicht vorgesehen, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit, Griechenland gelte nicht als Risikogebiet.

Insgesamt 243 Kinder mit Familien nach Deutschland

Bereits im April hatten Deutschland, die Schweiz, Portugal und Finnland 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen, die gesundheitliche Behandlung brauchten. Davon kamen 53 nach Deutschland und davon wiederum sechs nach Hessen. Hessen hatte sich im Mai jedoch bereit erklärt, insgesamt 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kranke Kinder landen mit Familien in Kassel

Flugzeug der Aegean Airlines, davor Menschen und Busse.
Ende des Audiobeitrags

Insgesamt werden von den griechischen Inseln 243 behandlungsbedürftige minderjährige Flüchtlinge mit Familien in Deutschland erwartet, zusammen 928 Personen. Auch diese sollen wieder auf mehrere Bundesländer verteilt werden - wie viele davon dann nach Hessen kommen, war am Freitag zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Allerdings soll das bald geschehen, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte: "Deutschland ist entschlossen, diese Kinder einschließlich ihrer Kernfamilien zeitnah aufzunehmen."

Zustände auf griechischen Inseln katastrophal

Die EU und die Schweiz wollen gemeinsam rund 1.600 Kinder von den griechischen Inseln holen. Die dortigen Zustände, etwa im völlig überfüllten Lager Moria auf der Insel Lesbos, gelten als katastrophal und wurden durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zusätzlich verschärft.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 24.07.2020, 13 Uhr