Eine Karte, die Nordhessen zeigt und die Region Waldeck-Frankenberg herausstellt.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat aktuell in Hessen die höchsten Corona-Zahlen, bundesweit die fünfthöchsten. Der Gesundheitsdezernent sieht eine Mitschuld bei den Bürgerinnen und Bürgern.

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Audioseite Waldeck-Frankenberg belegt den traurigen Spitzenplatz

Symbolbild: Ein Coronavirus umgeben von anderen Krankheitserregern.
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Für den Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner von 126 gemeldet. Das bedeutet nicht nur, dass hier weiterhin die Regeln der Bundesnotbremse in Kraft sind, sondern der Kreis hält auch die Spitzenposition bei den Inzidenzwerten in Hessen. Nirgendwo liegt sie landesweit höher. Inzwischen ist der Kreis sogar der einizige, der noch eine Inzidenz über 100 aufweist.

Im Bundesvergleich stand der Kreis Waldeck-Frankenberg am Mittwoch sogar auf Platz fünf. Wie kommt es zu den hohen Zahlen in der eher ländlich geprägten nordhessischen Region?

Mehr Personal für Kontrollen

Die Gründe sind aus Sicht von Kreisgesundheitsdezernent und Vize-Landrat Karl-Friedrich Frese (CDU) vielfältig. Zum einen habe man den Eindruck, dass sich einige Menschen im Landkreis nicht mehr an die Appelle hielten und entsprechend weniger vorsichtig seien.

Zum anderen nähmen es einige Infizierte bei der Kontakt-Nachverfolgung der Behörden nicht so genau und machten falsche Angaben - mit verheerenden Folgen. Denn wer nicht auf der Liste stehe, werde auch nicht in Quarantäne geschickt und gebe das Virus bei einer bestehenden Infektion weiter. Hier sollen jetzt Bußgelder die Wende bringen. Dazu werde das Personal für Kontrollen aufgestockt.

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Aufklärung soll Sprachbarrieren überwinden

Aber nicht nur mangelnde Disziplin haben nach Ansicht des Kreises Auswirkungen auf die Sieben-Tage-Inzidenz. Auch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede führten dazu, dass vor allem Neubürger sich nicht an die Corona-Regeln hielten.

Im Landkreis seien derzeit viele Migrantinnen und Migranten, aber auch Industrie-Mitarbeiter aus dem Ausland an Covid-19 erkrankt. Man plane jetzt noch mehr Aufklärung, dazu Gespräche mit den Unternehmen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Hotspots im Landkreis sind vor allem die Kernstädte

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Von der hohen Inzidenz betroffen sind aktuell besonders die Kernstädte von Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg, Battenberg sowie die Gemeinde Allendorf (Eder). In den Ortsteilen und Dörfern sei die Problematik weniger gravierend, sagte Gesundheitsdezernent Frese.

Nach seinen Angaben wird es nun ein Gespräch mit den Bürgermeistern dieser Kommunen geben, um eine Strategie für das weitere Vorgehen festzulegen. Dazu wolle man die Ordnungsämter sämtlicher Städte und Gemeinden im Landkreis und auch die Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes bei den Kontrollen einbinden.

"Wir müssen genauer hinsehen, Präsenz und Flagge zeigen", sagte Frese. Immerhin verhalte sich der Großteil der Bevölkerung regelkonform.

Zu wenig Impfstoff im Impfzentrum

Das Impfzentrum des Landkreises arbeitet laut Gesundheitsdezernent derzeit an sechs Tagen pro Woche. Man erhalte und verimpfe momentan etwa 4.200 Impfdosen pro Woche. "Wir könnten mehr, bekommen aber nicht mehr."

Überwiegend werde der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht, in geringeren Mengen der von Moderna. Das Impfzentrum in der Kreisstadt Korbach hat nach Kreisangaben eine Kapazität von 1.200 Impfungen pro Tag.

Sendung: hr4, hessenschau für Nord- und Osthessen, 25.05.2021, 14:30 Uhr