Der Schriftzug "Kita" mit Fingerfarbe an Scheibe gemalt

Wie weit dürfen Gesundheitsämter gehen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern? Der Fall eines Kita-Kindes, das angeblich von seinen Eltern isoliert werden sollte, sorgt derzeit für Aufregung. Der zuständige Kreis hat sein Vorgehen verteidigt.

Der Kreis Offenbach hat Kritik an seinen Quarantäne-Vorgaben für Kinder mit einem Verdacht auf eine Corona-Infektion zurückgewiesen. Nach Medienberichten sollen Gesundheitsämter, darunter auch das im Kreis Offenbach, Eltern auffordern, Kinder mit einer Infektion getrennt von der Familie zu isolieren. Der Kreis wies dies am Donnerstag zurück und verwies auf eine Mitteilung von Ende Juli.

Dort heißt es, die Kernaufgabe sei es, eine Ausbreitung ansteckender Krankheiten zu verhindern. Der Gesetzgeber mache hier keinen Unterschied beim Alter. Dies müsse allerdings auch in Einklang mit der Lebenswirklichkeit der Betroffenen gebracht werden. "Es geht also keineswegs darum, (Klein)Kinder von ihren Eltern und Geschwistern einfach komplett zu trennen, sondern - wo möglich und vertretbar - Alternativen im täglichen Umgang miteinander zu finden."

Berichte auch aus anderen Bundesländern

Zuvor hatte unter anderem die Offenbach Post von einem Fall aus Dreieich (Offenbach) berichtet. Ende Juli musste hier eine Kita geschlossen werden, weil sich ein Kind mit dem Corona-Virus infiziert hatte. Die Familie musste sich in 14-tägige häusliche Isolation begeben. Das Schreiben des Gesundheitsamts an die betroffenen Eltern sorgte danach für Empörung: Das Kleinkind müsse die Quarantäne getrennt von den Eltern verbringen, hieß es da. Wie das Portal Focus Online berichtet, haben Gesundheitsämter in drei anderen Bundesländern ähnliche Schreiben an Familien verschickt, was wiederum den Deutschen Kinderschutzbund auf den Plan gerufen hat.

Das Schreiben sei eine formelle Grundlage, erklärte dazu der Kreis Offenbach. "Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamts wird stets während des Erstgesprächs mit den Betroffenen jeweils individuell geklärt, was von den gesetzlichen Vorgaben im Einzelfall während der Quarantäne umsetzbar ist." Und: "Natürlich dürfen und sollen sich die Eltern weiter vollumfänglich und altersgerecht um das Kind kümmern."