Eine Altenpflegerin trägt einen Mundschutz mit der Aufschrift "Krisenheldin"

Gerade in Alten- und Pflegeheimen kam es zu vielen Corona-Ausbrüchen. Nun will die Landesregierung dort für eine Studie Bewohner und Personal untersuchen lassen - ähnlich wie in Kitas.

Das Land will zunehmend Menschen ohne Krankheitssymptome auf das Coronavirus testen lassen. Das gilt vor allem für Alten- und Pflegeheime, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag mitteilte. Als Ziel nannte er, auf einen möglichen Wiederanstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter vorbereitet zu sein.

Dazu soll im Herbst eine repräsentative Studie mit 50 repräsentativ ausgewählten Altenheimen beginnen. "Niemand weiß, was uns die kalte Jahreszeit bringt", sagte Sandra Ciesek, Direktorin der Virologie an der Frankfurter Uniklinik und Studienleiterin.

Mit der Corona-Studie will das Land mehr über die Infektionsverläufe der Krankheit und geeignete Testmethoden bei Risikogruppen lernen. Eine Studie mit ähnlichem Ansatz läuft bereits in ausgewählten Kindertagesstätten.

Neue Bewohner und Beschäftigte sollen getestet werden

Gerade die Bewohner der Alten- und Pflegeheime seien besonders durch das Coronavirus gefährdet, sagte Klose. Bekannt sei, dass das Ansteckungsrisiko dort vor allem von den Menschen ausgehe, die in den Heimen ein und aus gehen, das Virus also von außen hineintrügen.

Für die Studie sollen sowohl Personal als auch Bewohner getestet werden. Unter Letzteren allerdings nur die, die nach einem Krankenhausaufenthalt zurückkehrten, und neu eingezogene Berwohner, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums dem hr. Tests bei den Mitarbeitern beträfen sowohl die Pflegenden als auch Reinigungskräfte und Küchenpersonal. Sie sollen sich wöchentlich untersuchen lassen.

Die Tests bei neu oder zurück ins Heim kommenden Senioren dürfe nicht älter als sieben Tage sein, sagte die Sprecherin. Der Hausarzt oder das Krankenhaus müsse die Speichelprobe nehmen. Fünf bis acht Tage nach der Ankunft solle der Test wiederholt werden.