Warteschlange Corona Testcenter Zeil

Die steigenden Infektionszahlen und verschärften Corona-Regeln haben Folgen: An Testzentren bilden sich wieder lange Schlangen. Und wer selbst testen möchte, steht nicht selten vor leeren Regalen.

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Audioseite Corona-Schnelltests mitunter schwer erhältlich - Preise gestiegen

Negativer Corona-Schnelltest, Geldscheine und Geldmünzen, Symbolfoto kostenpflichtige Corona-Tests
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Die jüngste Verschärfung der Corona-Regeln zur Eindämmung der Pandemie hat zu einem Ansturm auf Testzentren und Antigen-Schnelltests im Handel geführt. Besonders auffällig im öffentlichen Straßenbild ist, dass sich wieder vermehrt Warteschlangen an den Testzentren bilden.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen berichtet von einer Verdreifachung der Testnachfrage. "Die Testzahlen sind in die Höhe geschnellt. Wir beobachten einen sehr deutlichen Anstieg, weil sich Menschen wieder vermehrt testen lassen müssen oder wollen", sagte ein KV-Sprecher mit Blick auf die stark steigenden Infektionszahlen.

Viermal so viele Tests

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) sind es an manchen Teststellen sogar bis zu viermal so viele Tests, wie eine Sprecherin auf hr-Nachfrage aus den Kreisverbänden erfuhr. Und auch andere Anbieter berichten von einer spürbar erhöhten Nachfrage nach Bürgertests.

Doch der Andrang ist nicht zwangsläufig ein hessenweites Phänomen. An einigen Orten ist die Lage bislang entspannt. In Frankfurt etwa, wo es eine hohe Dichte an Teststationen gibt, gehören Warteschlangen nicht überall zur Normalität. Wer Glück hat, kommt schnell an die Reihe.

Verzeichnis führt Teststellen

Wo man in Hessen Teststellen findet, steht in diesem landesweiten Verzeichnis. Aktuell sind 880 Stationen von diversen Anbietern aufgelistet. Über die Angaben mit Ort, Postleitzahl und Umkreis kann man sich Teststellen in der Nähe anzeigen lassen.

Das Register beruht aber nicht auf Vollständigkeit, wie das hessische Sozialministerium erklärte. Es besteht keine Verpflichtung, sich dort zu registrieren. "Meldepflichten der Teststellen bezüglich der Zahl der durchgeführten sowie durchgeführten und positiv ausgefallenen Tests bestehen nur gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und den Gesundheitsämtern", erläuterte das Ministerium.

Der Andrang auf die Teststationen hat Gründe: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nun am Arbeitsplatz einen negativen Test vorweisen. Und auch im ÖPNV gilt die Auflage - 3G ist angesagt. So ist es im Bundesinfektionsschutzgesetz geregelt. Das allein schon führt zu einem großen Test-Anstieg.

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hessenschau von 16:45 Uhr
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2G plus sorgt für zusätzliche Nachfrage

Für zusätzlichen Bedarf sorgt die 2G-plus-Regel, wonach Geimpfte oder Genesene zusätzlich noch einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Das ist zum Beispiel nötig bei einigen Kultur-Veranstaltungen - je nach Ansage des Organisators - bei Veranstaltungen in Firmen und auch in Clubs sowie Bordellen. Der Vorteil bei 2G plus: Die Abstandsregeln und Maskenpflicht können dann vernachlässigt werden.

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Testzentren

In Hessen gibt es zahlreiche Testzentren. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich wieder - unabhängig von ihrer Berufsgruppe - regelmäßig testen lassen. Unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus übernimmt der Bund seit dem 13. November wieder die Kosten für Antigen-Schnelltests. Zur Durchführung berechtigt sind unter anderem Apotheken, Ärzte und die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung.

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Selbsttests werden selten

Für Probleme sorgt derzeit aber auch die enorme Nachfrage nach Antigen-Schnelltests. Wer welche im Laden oder online ergattert, muss mit gestiegenen Preisen rechnen. In vielen Drogerien herrscht aber Leere in den Regalen.

Bei einer Stichprobe am Freitag in Kassel waren nur in einem von vier Geschäften Schnelltests erhältlich. Vielerorts werden sie rationiert, damit keine Hamsterkäufe stattfinden. Auch der Apothekerverband berichtet von erhöhter Nachfrage.

"Horrende Preise für Tests im Handel"

KV-Sprecher Roth sagte: "Wir bekommen auch mit, dass Tests auf dem freien Markt mitunter schwer zu bekommen sind - und wenn, dann zu horrenden Preisen." Ein Apotheker in Kassel berichtete der Hessenschau von einer Verdopplung der Preise. Auch online haben die Stückpreise rasant angezogen. Wo man vor Wochen noch einen Euro pro Test zahlte, werden nun drei bis vier Euro verlangt.

Bei Discountern und Drogerien zeigt sich wie bei den Schnelltest-Schlangen ein uneinheitliches Bild. Manche haben noch welche, andere können noch nicht mal nennen, in wie viel Wochen es Nachschub gibt. Die Drogerie-Kette dm etwa berichtete von gestörten Lieferketten als Grund. Deswegen seien nicht immer ausreichend Tests in allen Märkten erhältlich.

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