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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Am schnellsten impfen Arztpraxen in Limburg-Weilburg

Foto, wie ein Hausarzt einem Patienten eine Impfdosis in seiner Praxis verabreicht.

In welchen hessischen Kreisen die niedergelassenen Ärzte besonders viel impfen, wo weniger. Das Impftempo in den Arztpraxen. Eine Übersicht.

Beim Impftempo der niedergelassenen Ärzte in Hessen gibt es große Unterschiede zwischen den Landkreisen. Das geht aus Daten der Kassenärztlichen Vereinigung von Ende Mai hervor, die der hr zur Bevölkerung der Kreise ins Verhältnis gesetzt hat. 

Am meisten haben demnach die niedergelassenen Ärzte im Kreis Limburg-Weilburg geimpft. Dort sind es 22 Impfungen pro 100 Einwohner, Erst- und Zweitimpfungen zusammengenommen. Das liegt deutlich über dem hessischen Durchschnitt von rund 16 Impfungen. Auch andere mittelhessische Landkreise stehen gut da, etwa der Kreis Gießen und der Kreis Marburg-Biedenkopf. Am Ende der Rangliste finden sich Offenbach mit 12 und Kassel mit nur 11 Impfungen pro hundert Einwohnern.  

Hier die Übersicht der Impfungen durch niedergelassene Ärzte pro 100 Einwohner nach Kreisen und kreisfreien Städten (Stand 30.05.2021):

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KV vermutet Ursache in der Lieferkette

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat für die Unterschiede bisher keine Erklärung, vermutet aber, dass nicht alle Ärzte gleich viel Impfstoff erhalten. Durch die Lieferkette über Pharmagroßhandel und Apotheken könne es regionale Unterschiede geben. Die KV verweist dabei auf eine Recherche der Apotheker-Zeitung. Am mangelnden Engagement der Ärzte in bestimmten Städten und Kreisen liege es jedenfalls nicht, erklärt ein KV-Sprecher auf hr-Anfrage. 

Auch im Bundesländer-Vergleich zeigen sich große Unterschiede beim Impftempo der Arztpraxen. Der Bundesschnitt liegt derzeit bei 19 Impfungen pro 100 Einwohner, wie der hr auf der Grundlage von Zahlen des Robert-Koch-Instituts ermittelt hat. Weit darüber liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 23 Impfungen, Schlusslicht ist Hamburg mit 15. Hessen liegt mit 17 Impfungen im hinteren Mittelfeld. Im Bundesländer-Vergleich hat Hessen 17 statt 16 Impfungen pro 100 Einwohner, da die Zahlen vier Tage aktueller sind als beim Landkreis-Vergleich. Aktuellere Daten lagen nicht vor.

Impfzentren-Zahlen ebenfalls mit großen Unterschieden

Auch bei der Zahl der Impfungen in Impfzentren gibt es große regionale Unterschiede. Anders als die niedergelassenen Ärzte erhalten die Impfzentren ihren Impfstoff vom Land, nicht vom Bund. Bis zum 18. April 2021 lagen der Kreis Waldeck-Frankenberg und der Odenwaldkreis ganz vorn - dort hatten jeweils rund 18 Prozent der Menschen im Kreis die Erstimpfung bekommen. Nur rund 13 Prozent waren es dagegen im Landkreis Kassel und im Kreis Darmstadt-Dieburg. Die beiden Kreise fanden sich am Ende einer Impftabelle, die das Innenministerium erstellt hatte.

Das Gefälle hatte nach Angaben eines Ministeriumssprechers vor allem einen Grund: Die Kreise hätten unterschiedlich große Impfstoffvorräte angelegt. Der Odenwaldkreis und der Kreis Waldeck-Frankenberg beschränkten ihre Vorräte auf ein Minimum - was geliefert wurde, wurde gleich verimpft. Der Landkreis Kassel hingegen lagerten einen Vorrat von rund 10.000 Dosen im Kühlschrank.

Der Landkreis Kassel begründete das mit Pannen beim Land: Man habe nach eigenen Angaben freie Termine für sein Impfzentrum gemeldet, die aber habe das Land nicht freigeschaltet und so hätten die Menschen die Termine nicht buchen können. Andere Impftermine seien von der Terminvergabe des Landes doppelt belegt worden.

Sendung: YOUFM, 03.06.2021, 14.00 Uhr