Limburgs Bischof Georg Bätzing und sein Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst
Limburgs Bischof Georg Bätzing (links) und sein Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst. Bild © picture-alliance/dpa, kna

Limburgs Bischof Bätzing erbte von seinem skandalbehafteten Vorgänger Tebartz-van Elst eine zerrissene Diözese. Nun wollen die beiden in Rom gemeinsam einen Gottesdienst feiern.

In Rom kommt es am kommenden Montag überraschend zu einem Treffen des Limburger Bischofs Georg Bätzing mit seinem umstrittenen Amtsvorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der inzwischen im Vatikan tätige Tebartz-van Elst werde bei einem Dankgottesdienst für die Heiligsprechung der Ordensgründerin Katharina Kasper an der Seite Bätzings als Konzelebrant auftreten, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bätzing habe Tebartz-van Elst "zur Konzelebration bei diesem Festgottesdienst eingeladen und diese Einladung in den Gremien des Bistums kommuniziert", sagte Schnelle. Der Bischof freue sich darüber, dass Tebartz-van Elst "die Einladung in dieser Woche angenommen" habe.

Tebartz-van Elst regte Heiligsprechung an

Tebartz-van Elst sei es nämlich gewesen, der sich 2012 für die Eröffnung eines Heiligsprechungsverfahrens für Katharina Kasper bei Papst Benedikt XVI. eingesetzt habe. Bätzing wird den Angaben zufolge die rund 1.500 Pilger aus dem Bistum Limburg bei einer Vesper am Samstagabend darüber informieren, dass der emeritierte Bischof den Festgottesdienst mitfeiern wird. Zuerst hatte die Frankfurter Neue Presse über das Treffen berichtet.

Tebartz-van Elst war im März 2014 als Bischof von Limburg zurückgetreten - nach dem Skandal um die Verschleierung der Kosten für seinen rund 31 Millionen Euro teuren Dienst- und Wohnsitz. Seit März 2015 ist Tebartz-van Elst im Vatikan als Delegat für Katechese im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung tätig.

Der frühere Generalvikar des Bistums, Franz Kaspar, ist verwandt mit der Ordengründerin. Er galt als rechte Hand von Tebartz van-Elst, der ihm nach Bekanntwerden der Bauaffäre maßgeblich Verantwortung für die Kostenexplosion zuschrieb.

Bätzing bezog nicht das Bischofshaus

Bätzing äußerte sich öffentlich niemals kritisch über Tebartz-van Elst, sprach bei seinem Dienstantritt aber davon, dass das Bistum Vertrauen bei den Gläubigen zurückgewinnen müsse. Er weigerte sich außerdem, ins luxuriöse Bischofshaus einzuziehen.

Die Heiligsprechung der aus dem Westerwald stammenden Ordensgründerin Katharina Kasper (1820 bis 1898) am Sonntag ist für das Bistum ein herausragendes Ereignis. Sie wird die erste Person aus dem Bistum Limburg sein, die heiliggesprochen wird.