Limburgs Bischof Georg Bätzing

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Das bestätigte ein Sprecher des Bistums dem hr.

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hessenschau vom 03.03.2020
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Georg Bätzing wurde am Dienstag in Mainz zum Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx gewählt. Das bestätigte ein Sprecher des Bistums Limburg dem hr.

Der 58-Jährige steht seit September 2016 an der Spitze des Bistums Limburg, dem rund 608.000 Katholiken angehören. Papst Franziskus hatte ihn als Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst ernannt, der wegen der Kosten seiner 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz in die Schlagzeilen geraten war. In der Bischofskonferenz leitet Bätzing zudem die Unterkommission für den Interreligiösen Dialog und arbeitet in der Kommission Weltkirche mit.

Bätzing gilt als Reformer

In innerkirchlichen Debatten positionierte sich Bätzing als Reformer. Er regte eine Aufhebung des Pflichtzölibats an. "Ich glaube, es schadet der Kirche nicht, wenn Priester frei sind, zu wählen, ob sie die Ehe leben wollen oder ehelos leben wollen", sagte Bätzing in einem Interview. Zugleich sei es aber wichtig, den Zölibat als Lebensform zu "retten". Den geltenden Ausschluss von Frauen von katholischen Weiheämtern sieht Bätzing kritisch. (Lesen Sie hier ein Portrait über Georg Bätzing)

Den katholischen Reformdialog des Synodalen Weges verteidigte Bätzing massiv gegen Kritiker. Bei der ersten Synodalversammlung in Frankfurt war er der gastgebende Bischof. Bätzing wurde zudem zu einem der Vorsitzenden beim Synodal-Forum "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" gewählt.

Bätzing beauftragte Untersuchung zu Missbrauchsfällen

Bätzing hat bereits gefordert, bei der Sexualmoral die Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften stärker zu berücksichtigen. Die Frage sei, wie man "zu einer neuen Bewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen" komme, die Akzeptanz und Unterstützung durch die Kirche suchten.

Als Bischof von Limburg kündigte Bätzing im April 2019 an, dass er durch eine externe Untersuchung Missbrauchsverdachtsfälle und Taten von Klerikern der vergangenen 70 Jahre "bestmöglich aufklären" lassen wolle. Identifizierte Täter und die "für die Vertuschung von Taten Verantwortlichen" in der Diözese sollten benannt und zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Vorgänger Marx verzichtet aus Altersgründen

Im November 2019 gab das Bistum selbst bekannt, dass ein rund 30 Jahre zurückliegender Fall von sexuellem Missbrauch "vertuscht" worden sei. Der Fall wurde im Detail offengelegt.

Der 66-jährige bisherige Amtsinhaber Erzbischof Reinhard Marx gab an, er verzichte aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit. Spekuliert wird jedoch über weitere Gründe - etwa die teils harsche Kritik an seinen Reformen.

Auf sechs Jahre gewählt

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Die Bischofskonferenz dient der Förderung gemeinsamer Aufgaben, der Beratung und der Koordinierung der Arbeit. Sie gibt Richtlinien vor und pflegt Verbindungen zu anderen Bischofskonferenzen. Die Amtszeit des Vorsitzenden beträgt sechs Jahre. Er ist nicht der "Chef" der anderen Bischöfe, sondern eher eine Art Sprecher. Er koordiniert und moderiert nach innen und repräsentiert nach außen. Dabei ist er "an die Beschlüsse der Vollversammlung gebunden".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau,, 03.03.2020, 19.30 Uhr