Limburg im Sonnenuntergang
Limburger Dom Bild © picture-alliance/dpa

Schwerer Vorwurf gegen einen Limburger Priester: Der Mann soll einen minderjährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer belastete auch die damals Verantwortlichen des Bistums.

Der Beschuldigte soll von 1986 bis 1993 im Bistum Limburg einen minderjährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben, wie der Pressesprecher des Bistums, Stephan Schnelle, am Montag mitteilte. Strafanzeige habe bereits vor einigen Wochen das Bistum Bamberg gestellt. Dort verbringe der Priester seinen Ruhestand. Die Taten sollen allerdings im Bistum Limburg verübt worden sein, wo der Priester viele Jahrzehnte lang in der Pfarrseelsorge tätig war.

Nach Angaben des Bistums Limburg hat sich das Opfer nach der Veröffentlichung der Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz ("MHG-Studie") gemeldet. Die Studie untersucht den sexuellen Missbrauch durch katholische Kleriker. Sie hatte ergeben, dass es allein in Hessen hunderte Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gab. Die Bischöfe versprachen, mehr für Aufklärung und Prävention zu unternehmen.

Vorwürfe auch gegen die damals Verantwortlichen

In seiner Aussage belaste das mutmaßliche Opfer die damals Verantwortlichen des Bistums und werfe ihnen vor, Kenntnisse über den Missbrauch gehabt zu haben. Die Diözese nehme die Vorwürfe sehr ernst und habe eine externe Aufarbeitung dieses Falles eingeleitet, sagte Schnelle. Ein unabhängiger Jurist werde den Vorgang untersuchen und die damals Verantwortlichen befragen. Die Erkenntnisse würden Polizei und Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sei dem Beschuldigten die Ausübung jeglicher priesterlicher Dienste untersagt worden. Auch eine kirchenstrafrechtliche Voruntersuchung sei eingeleitet worden. Damit drohe dem Priester die Entlassung aus dem Klerikerstand.

Sendung: hr-iNFO, 21.01.2019, 15.00 Uhr