Psychiatrie Sujet

In Kassel und fünf hessischen Landkreisen fehlen Beschwerdestellen für Psychiatrie-Patienten. Laut dem Sozialministerium gibt es für diese Aufgaben dort bislang keine Ehrenamtlichen.

In Hessen fehlen noch sechs Beschwerdestellen für Psychiatrie-Patienten. In 18 Städten und Kreisen gebe es diese Stellen schon, aber noch nicht

  • im Kreis Limburg-Weilburg
  • im Kreis Waldeck-Frankenberg
  • im Werra-Meißner-Kreis
  • im Rheingau-Taunus-Kreis und
  • in Stadt und Kreis Kassel.

Die gesetzlich vorgesehenen Anlaufstellen sollen bis Mitte des Jahres eingerichtet werden. Das teilte das Sozialministerium auf hr-Anfrage mit.

Anlaufstelle für Missstände in der Psychiatrie

Grundlage ist das Psychisch-Kranken-Hilfegesetz, das vor knapp zwei Jahren in Kraft getreten ist. Es sieht vor, dass es in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt eine Beschwerdestelle geben soll. Sie soll Patienten und Angehörigen als Anlaufstelle dienen, um Missstände in der Psychiatrie zu melden.

Laut dem Ministerium fehlen Freiwillige, die ehrenamtlich in den Beschwerdestellen mitmachen wollen.

Auch Besuchskommissionen noch nicht eingerichtet

Infolge der Debatte um Missstände in der Psychiatrie in Frankfurt-Höchst war bekannt geworden, dass auch die in dem Gesetz verankerten Besuchskommissionen noch nicht eingerichtet sind.

Auch für die Kommissionen, die psychiatrische Einrichtungen regelmäßig begehen sollen, fehlen noch Freiwillige, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) kürzlich mitteilte. Dennoch sollen sie demnächst ihre Arbeit aufnehmen.

Sendung: hr-iNFO, 08.04.2019, 15.00 Uhr