Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident des Landes Hessen, kommt in den Plenarsaal des hessischen Landtags.

Der Impfgipfel von Bund und Ländern endet ohne große Ergebnisse. Für Hessen rechnet Ministerpräsident Bouffier zumindest im Februar noch mit eingeschränkten Kapazitäten. Entsprechend gedämpft sind die Hoffnungen auf ein zeitnahes Ende des Lockdowns.

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Die Impfstoffknappheit wird sich vermutlich erst im zweiten Quartal bessern. Das ist das Ergebnis des Impfgipfels von Bund und Ländern sowie den Pharmaunternehmen. "Wir werden die nächsten sechs bis zehn Wochen weiterhin eine Mangelverwaltung haben und nicht soviel Impfstoff bekommen, wie wir gerne hätten", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei einer anschließenden Pressekonferenz.

Die Gespräche mit den Pharmaunternehmen hätten ergeben, dass es nicht so einfach sei, neue Produktionskapazitäten rasch aus dem Boden zu stampfen, sagte Bouffier. Dass Impfstoff knapp sei, liege nicht am Geld oder am mangelnden Arbeitswillen der Hersteller. Er rechnete damit, dass es "ab Ende März, vielleicht auch schon Mitte März" deutlich voran gehe.

386.400 neue Dosen Impfstoff - wenn alles gut geht

Hessen werde in den nächsten Wochen voraussichtlich 386.400 Dosen Impfstoff erhalten. Das ganze gliedert sich wie folgt auf:

  • Biontech: 58.500 Dosen in dieser Woche, 8./9. Februar: 58.500 Dosen, 15./16. Februar: 70.000 Dosen, 22./23. Februar: 70.000 Dosen
  • Moderna: Mitte Februar: 14.400 Dosen
  • Astrazeneca: Nächste Woche: 45.000 Dosen, 17. Februar: 70.000 Dosen.

Allerdings könnte es bei den Zahlen "kleine Veränderungen geben", sagte Ministerpräsident Bouffier. Es gebe bei den Impfstoffen einige Unwägbarkeiten, wie dass keine Charge verunreinigt sei und die Logistik reibungslos funktioniere.

Der Impfstoff von Astrazeneca soll anhand der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zudem nur an Personen bis einschließlich 64 Jahren verimpft werden. Für Menschen ab 65 Jahren mangele es an Daten.

Impfstrategie wird nicht verändert

Hessen bleibe bei seiner Strategie, dass jede Lieferung halbiert wird, um die wichtige Zweitimpfung garantieren zu können, betonte der Regierungschef. Aktuell seien in Hessen rund 180.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft, 50.000 von ihnen erhielten bereits die zweite Impfdosis, so Bouffier.

Bund und Länder einigten sich beim Impfgipfel zudem auf eine Taskforce, die Planungen rund um die Impfungen koordinieren soll. "Wir gehen alle davon aus, dass wir im zweiten Quartal deutlich mehr Impfstoff haben werden", erklärte Bouffier. Die Taskforce solle dafür die Steuerung mit der EU, bis hin zu den Herstellern von Spritzen und Lösungen übernehmen.

Bouffier: Keine deutlichen Lockerungen absehbar

Auch das Thema Lockerungen wurde von Bouffier kurz thematisiert. Doch hier erwartet er auch nach Ablauf der aktuellen Corona-Beschränkungen am 14. Februar keine weitreichenden Erleichterungen.

Trotz sinkender Inzidenzen gebe es aktuell vor allem wegen der Virus-Mutationen zu große Unwägbarkeiten. "Wir wissen noch recht wenig und müssen trotzdem entscheiden", sagte Bouffier. Die Entscheidung zu Lockerungen soll auch anhand neuer Erkenntnisse vom Robert-Koch-Institut zu den Mutationen getroffen werden.

Schulen könnten zuerst wieder öffnen

Als generelle Richtlinie für eine schrittweise Aufhebung des Lockdowns hielt Bouffier an einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner fest. Derzeit liegt diese landesweit bei knapp 92.

Eine schrittweise Öffnung bei niedrigen Inzidenzen könnte sich Bouffier bei den Schulen vorstellen. Dagegen erteilte er anderen Maßnahmen bereits eine Absage: "Wir werden im Februar sicher keine größeren Zusammenkünfte oder Restaurant-Öffnungen erlauben." Das sei nicht verantwortbar.

Neue Impftermine ab Mittwoch

Ab diesem Mittwoch können Senioren über 80 Jahre erneut einen Corona-Impftermin vereinbaren. Bislang wurde in den sechs regionalen Impfzentren im Land geimpft. Am 9. Februar werden die restlichen 22 Impfzentren in Hessen öffnen, so dass dann alle 28 Impfzentren im Land aktiviert sind.

Sendung: hr-fernsehen, 1.02.2021, 19.30 Uhr