Ein Schüler mit Maske im Klassenzimmer

Mehrere besonders betroffene Landkreise und Städte im Rhein-Main-Gebiet haben sich auf einheitliche Corona-Maßnahmen geeinigt. Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen gilt nach den Herbsferien somit für tausende Schüler in der Region. Von einer Sperrstunde sind viele Wirte betroffen.

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hessenschau vom 15.10.2020
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"Das Corona-Virus macht an Stadt- und Kreisgrenzen keinen Halt", sagte am Donnerstag Sozialminister Kai Klose (Grüne). Grund genug für die Gesundheitsdezernenten mehrerer besonders stark betroffener Landkreise und Städte im Rhein-Main-Gebiet, sich auf einheitliche Maßnahmen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu verständigen. Vieles, was in Frankfurt bereits beschlossene Sache ist, soll auch in den Kreisen Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Taunus, Main-Kinzig, Offenbach und Rheingau-Taunus sowie in Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt gelten.

Maskenpflicht ab Klasse fünf

Die Kommunen einigten sich auf einen Katalog, der verschärfte Maßnahmen vorsieht. Dazu gehört insbesondere die Maskenpflicht im Präsenzunterricht ab der fünften Klasse für zunächst zwei Wochen nach dem Ende der Herbstferien - unabhängig von den jeweiligen Inzidenzwerten. Darüber hinaus wird empfohlen, den Schulsport nur kontaktlos und im Freien stattfinden zu lassen.

Im Profisport werden ab einer Inzidenz von 35 keine Zuschauer mehr zugelassen. Im Amateursport wird dies empfohlen. Jeweils eine erziehungsberechtigte Person minderjähriger Teilnehmer sowie Trainerinnen und Trainer und Betreuungspersonen sind davon ausgenommen.

Kneipen schließen um 23 Uhr

Ab einem Inzidenzwert von 50 gilt für Gastronomiebetriebe eine verbindliche Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr sowie ein generelles Alkoholverkaufsverbot im gleichen Zeitraum.

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollen dann noch maximal dreimal pro Woche von höchstens zwei Personen für eine Stunde Besuch empfangen, so die Empfehlung.

"In unserer eng verflochtenen Metropolregion pendeln viele Menschen täglich über die Stadt- und Landkreise hinweg", sagte Klose. Möglichst synchrone Regeln erleichterten da die Orientierung. "Ich freue mich sehr, dass die Städte und Kreise der Metropolregion hier mit dem Land an einem Strang ziehen."

Frankfurt erweitert Maskenpflicht in der Innenstadt

Der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt hatte zuvor bereits das zunächst bis 18. Oktober geltende Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, die ausgeweitete Maskenpflicht und die ab 23 Uhr geltende Sperrstunde bis zum 31. Oktober verlängert. Darüber hinaus gelten von Montag an in der Stadt neben den bereits genannten folgende Maßnahmen:

  • Maskenpflicht im gesamten Innenstadtbereich bzw zwischen dem Anlagenring und Sachsenhäuser Mainufer (bisher gilt diese nur in Einkaufsstraßen und Shoppingcentern)
  • maximal 100 Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen
  • maximal 10 Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit und bei privaten Feiern sowie Treffen von maximal zwei Haushalten in privaten Räumlichkeiten
  • Maskenpflicht für Erzieher im Umgang mit Erwachsenen
  • Maskenpflicht bei allen religiösen Feiern, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann
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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt verschärft Corona-Maßnahmen

Ein Mann steht mit Maske neben einem Hinweisschild "Maskenpflicht" auf der Zeil in Frankfurt.
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Hintergrund für die Ausweitung der Maßnahmen ist, dass Frankfurt bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner weiter deutlich über der kritischen Schwelle von 50 liegt. Deshalb gelte weiterhin die Warnstufe Rot des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes Hessen, erklärte der Vewaltungsstab.

Feldmann: "Maßnahmen sind ausgewogen"

Die Verlängerung der Sperrstunde sowie des Alkoholverbots auf öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen entspräche der Linie, auf die die Bundeskanzlerin sich am Mittwoch mit den Länderchefs verständigt hat.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erklärte: "Das Maßnahmenpaket wird nicht allen gefallen. Aber wir dürfen uns die Zahlen nicht schönreden." Die neuen Maßnahmen seien ausgewogen und orientierten sich an der Linie anderer Städte, des Landes und des Bundes.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 15.10.2020, 19.30 Uhr