Bildkombo: Desinfektionsmittelspender, Feuerwehrfahrzuge, Materiallager

Zwei Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken werden alleine in Frankfurt gebraucht- pro Monat. Diese besorgt in der Corona-Krise die Feuerwehr. Und Basteltipps für dringend Benötigtes gibt es noch dazu.

Videobeitrag

Video

zum Video Feuerwehr kümmert sich um Schutzausrüstung

hessenschau vom 12.05.2020
Ende des Videobeitrags

Das Telefon in Sebastian Oppers Dienstzimmer klingelt im Minutentakt. Als Sachgebietsleiter ist er bei der Frankfurter Feuerwehr verantwortlich dafür, dass es in den kommenden Tagen und Wochen wegen der Corona-Vorschriften ausreichend Schutzmaterialien gibt. Und die Zeit drängt. "Am dringendsten benötigen wir im Moment Einwegpflegekittel für Altenheime, Krankenhäuser und den Rettungsdienst." Aktuell wird eine Lieferung mit zehntausend Kitteln aus Seligenstadt erwartet.

Der europäische Markt ist leer gefegt

Normalerweise kümmert sich der Berufsfeuerwehrmann um ganz normale Schutzkleidung für seine Kollegen. Und er organisiert Großlagen, etwa wenn die Bevölkerung bei einer Bombenwarnung mit Essen und Trinken versorgt werden muss. Nun versucht Sebastian Opper zu kaufen, was es nicht gibt. "Herstellern auf dem europäischen Markt können wir normalerweise genau sagen was wir brauchen. Jetzt ist nichts verfügbar, wir müssen auf dem internationalen Markt schauen." Doch wenn er etwa in China anrufe, sei das schwierig, dort könne man mit den gewünschten europäischen Normen häufig nichts anfangen.

Nicht zu schnell das Falsche kaufen

Opper vergleicht mit seinem Team Produkte, prüft Zertifikate. Denn der Standard ist weiter hoch. Nicht alles, was ihm angeboten wird, ist seriös. "Wir bekommen umfangreiche Angebote wo jemand am Telefon sagt, entweder Sie kaufen jetzt und zahlen am besten noch per Vorkasse, liefern werden ich dann in vier Wochen."

Nicht zu schnell das Falsche kaufen - Sebastian Opper ist auf der Hut vor Fälschungen, mit denen die Feuerwehr der Stadt einen Bärendienst erweisen würde. Im Zweifelsfall untersucht er mit den Prüfdiensten DECRA und TÜV, ob die Schutzausrüstung echt ist. Auch die Online-Seiten der EU geben mit Warnungen und Hinweisen eine Hilfestellung.

Desinfektionsmittel werden besonders an Schulen gebraucht

All das, was schließlich auch aus Fernost eingekauft werden konnte, lagert im Katastrophenschutzlager in deckenhohen Regalen. Zwei Mitarbeiter verladen die Paletten mit Mund-Nasen-Schutz. Alles hier wird verteilt. An Altenheime, Pflegedienste, städtische Ämter, Kitas und Schulen.

Auch Desinfektionsmittel hat die Feuerwehr im Angebot. Das Problem: Es wird in 1.000 Liter-Containern angeliefert. "So können wir das natürlich nicht an die Schulen ausliefern, oder an die Alten- und Pflegeheime", erklärt Thorsten Weber, Leiter des Katastrophenschutzlagers. Das Desinfektionsmittel wird deshalb in kleine Kanister umgefüllt, die dann entsprechend ausgegeben werden. "Momentan ist die Not an den Schulen am größten", erklärt Weber. Oft gebe es dort nicht mal ausreichend viele Waschbecken, damit die Kinder sich die Hände waschen könnten.

Desinfektionsspender Marke Eigenbau

Doch nicht nur Desinfektionsmittel wird an den Schulen benötigt - auch die entsprechenden Spender dafür. Auf dem freien Markt gibt es diese nur zu überteuerten Preisen. "Unsere Feuerwehr war sehr kreativ und hat aus ganz normalen Elementen eine Bauanleitung entwickelt, wie man aus haushaltsüblichen Dingen einen Spender bauen kann", sagt der für die Feuerwehr zuständige Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). Mit dieser Bauanleitung könnten sich die Schulen nun selbst helfen.

Sicherheitsdienst bewacht das Lager

Einmal pro Woche tagt bei der Feuerwehr der Corona-Krisenstab. Dieser stellt fest, welche Ämter, Betriebe, medizinische und soziale Einrichtungen mit Schutzausrüstung versorgt werden müssen. Einige Ämter und Schulen holen ihre Schutzgüter selbst ab. Angst vor Diebstahl hat Thorsten Weber nicht, auch wenn das Katastrophenschutzlager kostbare Schätze birgt. "Wir haben Vorsorge getroffen, wir haben einen Sicherheitsdienst, der da ist und hier das Lager bewacht, da sind wir auf der sicheren Seite."

Sebastian Opper ist froh, einen Schwung von 10.000 Schutzkitteln organisiert zu haben, die allen Sicherheitskriterien entsprechen. Die Kittel werden zum Gesundheitsamt transportiert und von dort aus weiter verteilt. Der Feuerwehr sei Dank.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 12.05.2020, 19.30 Uhr