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Die Stadt Frankfurt musste bis Juli doppelt so viele Bäume fällen als sonst im gesamten Jahr. Im ganzen Land gibt es mehr Waldbrände als früher. Die Bestandsaufnahme zum Forst bietet aber auch einen Lichtblick.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 3.000 Bäume in Frankfurt gefällt - allein dieses Jahr

Tote Bäume in einem Wald in Sachsen im August 2019
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Nach Angaben des Landesbetriebs Hessenforst vom Mittwoch sind in diesem Jahr landesweit bisher rund 75 Feuer ausgebrochen. Diese Zahl für die ersten acht Monate liege bereits höher als der durchschnittliche Jahreswert von etwa 65 Bränden.

Die betroffene Fläche sei mit rund 18,5 Hektar aber relativ gering - gemessen an der Zahl der Brände. Das zeuge von einer guten Zusammenarbeit mit den Rettungskräften, sagte Hessenforst-Sprecher André Schulenberg. Hessenforst hat die Daten für rund 80 Prozent der Waldfläche im Land. Wie oft es in den Wäldern in Privatbesitz brannte, sei ihm nicht bekannt, sagte der Sprecher. Das Land will seine Wälder mit einem Zwölf-Punkte-Plan retten.

Zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe in Südhessen

In Hessen herrscht weiterhin Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stuft die Gefahr im Süden und teilweise im Westen als hoch ein. Im Frankfurter Westend, am Flughafen, in Darmstadt sowie stellenweise im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird dies der DWD-Vorhersage zufolge auch am kommenden Wochenende der Fall sein, das noch einmal recht heiß werden soll.

In den übrigen Landesteilen geht der DWD von einer mittleren Brandgefahr aus. Der zugehörige Index hat fünf Stufen und reicht von "sehr gering" bis "sehr hoch". Die extreme, seit zwei Jahren anhaltende Trockenheit wird zunehmend auch für Waldbesitzer zum wirtschaftlichen Problem.

Stadt Frankfurt muss noch mehr Bäume fällen

Am Mittwoch berichteten außerdem die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Feuerwehrdezernent Markus Frank (CDU) über die Lage im Stadtwald. Das beunruhigende und wenig überraschende Fazit: Die Trockenheit setzt den Frankfurter Stadtbäumen weiter erheblich zu.

Wurzel eines verbrannten Baums im Frankfurter Stadtwald

Bis etwa zur Jahresmitte habe man bereits rund 3.000 Bäume fällen müssen, weitaus mehr als in der Vergangenheit, sagte Bernd Roser vom Grünflächenamt. Bisher seien es im Schnitt eines gesamten Jahres rund 1.500 Bäume gewesen. In diesen Zahlen sind die Bäume, die von selbst umgekippt sind, noch gar nicht enthalten. Kontrollen hätten ergeben, dass das Grünflächenamt noch dieses Jahr weitere Bäume fällen müsse. Das genaue Ausmaß stehe noch nicht fest.

Die Stadt bewässere vor allem Neupflanzungen bis zum fünften Standjahr, doch auch ältere Bäume hätten nun Probleme, sagte Roser. Bei der Bewässerung helfen die Mitarbeiter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH mit. Insgesamt zählt die Stadt rund 230.000 Bäume auf ihrem Gebiet.

Spaziergänger verursachen viele Waldbrände

Stadtrat Frank mahnte Spaziergänger im Wald zu rücksichtsvollem Verhalten. Etliche Waldbesucher verhielten sich fahrlässig und missachteten das strikte Rauchverbot im Wald oder ließen zerbrochene Flaschen dort zurück, die wie Brennglas wirkten. Auch Plastikflaschen könnten diesen Effekt haben.

Elf Waldbrände zählte die Stadt seit Anfang 2018, alle brachen ganz in der Nähe der Waldwege aus. Als Hauptursache sehen die Forstbeamten weggeworfene Zigarettenkippen an.

Sendung: hr3, 28.08.2019, 17.00 Uhr