Husky beim Blutspenden
Auch dieser Husky ist ein Blutspender. Die Hunderasse spielt keine Rolle, aber auch Hunde haben verschiedenen Blutgruppen. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Blutspenden können Leben retten. Dieser Satz gilt für Menschen und einige Tiere gleichermaßen. Deshalb sind auch Tierkliniken auf Blut von freiwilligen Spendern angewiesen.

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hs

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Frieda ist eineinhalb Jahre, eine Labrador-Retriever Hündin mit schwarzem Fell und rosa Halsband und sie spendet Blut. Im April hatte Frieda ihre Blutspende-Premiere, eher durch einen Zufall. Sie war selbst in der Tierklinik in Gießen, weil sie einen Nachtisch mit Birkenzucker stibitzt hatte. Der ist giftig für Hunde. Während sie in der Klinik waren, entdeckt Frauchen Alexandra Weller aus Lich ein Schild mit der Aufschrift "Blutspende, bitte Ruhe". Sie fragt nach, erfährt, dass auch Hunde Blut spenden können und beschließt, dass Ihr Tier dafür infrage kommt.

Hundeblut ist immer da

Hendrik Lehmann ist Tierarzt in der Tierklinik Gießen. Zusammen mit einer Tiermedizinischen Fachangestellten betreut er die hausinterne Blutbank. Rund vier Mal pro Woche kommen Hunde zum Blutspenden vorbei. Katzen spenden dagegen nur nach Bedarf, sagt Lehmann. "Einer Katze kann man das relativ schlecht beibringen und antrainieren, dass sie sich da entspannt hinlegt." Deshalb gibt es keine Katzen-Blutkonserven, Hundeblut ist dagegen immer da. Rund acht Blutspenden lagern in einem Kühlschrank. Bei vier Grad sind die Spenden etwa vier Wochen haltbar, ähnlich wie beim Menschen. Allerdings bleiben die Spenden nur im Klinikkreislauf und gehen nicht nach außen. Das habe auch rechtliche Gründe, sagt Hendrik Lehmann.

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Welches Tier darf spenden?

Jeder Hund darf alle drei Monate spenden, also maximal vier Mal im Jahr. Pflicht ist ein Vorab-Check: Abhören, Temperatur messen, abtasten und eine kleine Blutprobe abnehmen. Der Hund sollte gesund, regelmäßig geimpft und entwurmt, mindestens ein Jahr alt und 20 Kilo schwer sein. Die Rasse des Hundes ist unerheblich, allerdings haben Hunde auch verschiedene Blutgruppen, auf die geachtet werden muss, wenn eine Blutkonserve eingesetzt wird.

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Spenden ist in vielen Tierkliniken möglich

Tierblut spenden geht übrigens nicht nur in der Tierklinik Gießen, sondern auch in vielen anderen Tierkliniken in Hessen, sagt Tierarzt Lehmann: "Soweit ich weiß, ist das die Tierklinik Hofheim, auch die Tierklinik Kalbach, es gibt um Frankfurt etliche Kliniken, also das ist kein Alleinstellungsmerkmal."

Hunde haben über zwölf Blutgruppen. Pro Spende wird knapp ein halber Liter abgezapft. Nebenwirkungen gibt es eigentlich keine. Manchmal sind die Hunde etwas müde und sollten sich am Tag der Spende etwas schonen.

Feines Fresschen als Belohung

Blutspende-Hündin Frieda wird auf die Seite gelegt und von zwei Tierarzthelferinnen festgehalten. Dann wird eine kleine Stelle am Hals rasiert und dort mit einer scharfen Nadel eingestochen. Das Blut läuft. Nach rund vier Minuten ist alles vorbei. Frieda wirkt ziemlich entspannt, etwas müde, aber fit. Dann kommt das Wichtigste, die Belohnung. Heute im Angebot: Nassfutter. Das ist wichtig, damit der Hund alles positiv in Erinnerung behält und weiß: erst Blut spenden, dann Futter.

Der Hund bekommt einen Blutspendeausweis

"Einfach anrufen!", sagt Hendrik Lehmann auf die Frage, was Hundebesitzer machen sollen, die auch spenden möchten. Wer nicht in Gießen und Umgebung wohnt, sollte sich einfach bei einer Tierklinik in der Nähe informieren. Die erste Blutspende dauert rund eineinhalb Stunden, weil das Tier ganz genau untersucht wird und sich an die neue Situation gewöhnen muss. Die Folgespenden dauern etwa 45 Minuten. In der Tierklinik Gießen bekommen die Spender dann auch einen Blutspenderausweis. Darauf steht die Blutgruppe, Name von Herrchen oder Frauchen und natürlich auch der des Hundes.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 25.7.2019, 19.30 Uhr