Michael Gerber wurde am Sonntag zum 18. Bischof von Fulda ernannt.
Michael Gerber wurde am Sonntag zum 18. Bischof von Fulda ernannt. Bild © picture-alliance/dpa

Deutschlands jüngster leitender Bischof in der katholischen Kirche ist in Amt und Würden. In Fulda übernahm der 49-jährige Michael Gerber am Sonntag bei einem feierlichen Gottesdienst im Dom seine neue Aufgabe - und stellte seine Diözese auf schwierige Aufgaben ein.

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Der neue Bischof des Bistums Fulda, Michael Gerber, ist am Sonntag feierlich in sein neues Amt eingeführt worden. Im voll besetzten Fuldaer Dom übergab Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn) Gerber symbolisch den aus dem 12. Jahrhundert stammenden "Bonifatiusstab" der Fuldaer Bischöfe und Äbte. Zuvor war das päpstliche Ernennungsschreiben für den neuen Bischof verlesen worden. Gerber folgt auf Heinz Josef Algermissen (76), der im Juni 2018 in den Ruhestand gegangen war. Der ehemalige Freiburger Weihbischof ist der 18. Bischof des Bistums Fulda seit dessen Gründung im Jahr 1752.

Es sei Auftrag der Kirche, einen Raum zu eröffnen und Beziehungen zu ermöglichen, durch die Menschen in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium fänden, sagte Gerber in seiner Predigt laut Redemanuskript. "Es geht darum, dass Menschen aus dieser Christusbeziehung heraus menschliche Beziehungen wahrhaft menschlich gestalten und so die Kultur auf diesem Planeten prägen", sagte er.

Gerber ging auch auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein. Es gehe dabei nicht um irgendein Fehlverhalten im Laufe der langen Kirchengeschichte, sondern um den Kern des Sendungsauftrages von Kirche überhaupt. Die Aufgabe, Menschen zu helfen, sei hier in ihr Gegenteil verkehrt worden, sagte er. Dem gelte es sich zu stellen. Vieles müsse neu geordnet und geregelt werden. "Das ist eine der ganz großen Baustellen für die Kirche unserer Tage. Wir spüren als Verantwortliche in der Kirche, dass das eine Herausforderung ist, der wir nicht leicht gerecht werden", sagte er.

Glückwünsche aus der Landespolitik

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hob in einem Grußwort die Bedeutung der Ökumene hervor. Diese sei längst nicht mehr ein Projekt einiger Idealisten, sondern eine Lebensnotwendigkeit und eine Lebenswirklichkeit der Kirchen. Diese stünden vor der Herausforderung, das Evangelium in der Vielzahl der Stimmen hörbar zu machen. Damit sei man der Zeit des großen Frankenmissionars Bonifatius, dessen Grab sich im Fuldaer Dom befindet, überraschend nahe. "Wir sind eins in dem lebendigen Christus, und wir haben die Aufgabe, diesen Glauben, wo immer es geht, in dieser Verbundenheit zu bezeugen", sagte Hein.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gratulierte Gerber zu seiner Amtseinführung und wünschte ihm für seine Aufgabe viel Glück und Erfolg. Mit seinen Erfahrungen in der Pastoraltheologie, der Seelsorge und zuletzt als Weihbischof in Freiburg bringe er die besten Voraussetzungen dafür mit, für die katholischen Christen in und um Fulda ein guter Bischof zu sein. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte, er sehe der Zusammenarbeit mit dem neuen Fuldaer Bischof sehr gerne entgegen. "Es gibt eine Vielzahl von Themen, die wir gemeinsam bedenken wollen, zum Beispiel den konfessionellen Religionsunterricht in unseren Schulen", sagte er.

Das Gebiet, das Gerber als Bischof zu betreuen hat, umfasst rund 390.000 Katholiken bei einer Gesamtbevölkerung von rund 1,7 Millionen Menschen. In weiten Teilen deckt es sich räumlich mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Gerber ist mit seinen 49 Jahren der derzeit jüngste Ortsbischof in Deutschland.

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Der künftige Fuldaer Bischof Michael Gerber auf Pilgerwanderung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mit dem künftigen Bischof Gerber auf dem Weg nach Fulda

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