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Kreiskrankenhaus in Weilburg soll neu gebaut werden

Das Kreiskrankenhaus in Weilburg ist in die Jahre gekommen. Nun soll das Krankenhaus komplett neu gebaut werden. Ein Millionenprojekt. CDU und SPD sprechen von dem größten und wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Geschichte des Landkreises.

"Es besteht Handlungsbedarf", bilanzierten einhellig der Landrat von Limburg-Weilburg, Michael Köberle (CDU), und die Fraktionschefs der beiden größten Fraktionen im Kreistag Christian Wendel (CDU) und Frank Schmidt (SPD). Die Bausubstanz des 50 Jahre alten Kreiskrankenhauses in Weilburg sei in die Jahre gekommen. Bereits in der Vergangenheit habe es Überlegungen gegeben, wie der Gebäudebestand saniert werden könnte. Nun soll es ein kompletter Neubau des Krankenhauses werden.

"Wir wollen mit einem Neubau des Kreiskrankenhauses in Weilburg einen entscheidenden Beitrag für die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung im Landkreis Limburg-Weilburg leisten“, erklärten Köberle, Wendel und Schmidt in der Mitteilung.

Standort Weilmünster wird aufgegeben

Von Bedeutung dürfte bei dieser Entscheidung auch das Interesse von Vitos Weil-Lahn gewesen sein, den Klinikstandort von Weilmünster – insbesondere die dort angesiedelte Neurologie - in die unmittelbare Nähe des Kreiskrankenhauses nach Weilburg zu verlagern.

Dazu habe man man Gespräche mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, der Vitos sowie den zuständigen Stellen des Landes, insbesondere mit dem Hessischen Sozialministerium, geführt, heißt es weiter. Der Komplettneubau mit der Vitos-Neurologie sei in wirtschaftlicher und funktionaler Hinsicht die beste Lösung.

Auch wenn der Standort in Weilmünster aufgegeben werde, blieben die Arbeitsplätze doch im Kreis. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres war die Psychiatrie vom Standort Weilmünster nach Hadamar verlagert worden.

"Größtes und wichtigstes Infrastrukturprojekt"

Die Fraktionschef von CDU und SPD bezeichnen das Vorhaben als eines der größten und wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Geschichte des Landkreises. Und ein teures könnte es zudem werden: Experten rechnen bei einem Neubau im Schnitt mit einer halben Million Euro pro Krankenhausbett. Bei 200 Betten in Weilburg würde das Projekt rund 100 Millionen Euro kosten.

Inwieweit das Land den Kreis mit Fördersummen unterstützt ist noch nicht klar. Erste Gespräche, unter anderem mit dem Sozialministerium hat es laut SPD-Fraktionsvorsitzenden Schmidt bereits gegeben. Er geht davon aus, dass bis zu 40 Prozent des Neubaus vom Land finanziert werden könnte.

Bei Sanierungen gibt es keine Landeszuschüsse

Warum ein Neubau und keine Sanierung? Letztere könne bis zu 30 Jahre dauern und müsse - inklusive Baulärm - bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, erklärt Schmidt gegenüber dem hr. Die Kosten wären demnach ähnlich hoch, wie bei ein Neubau; außerdem könnten bei einer Sanierung keine Zuschüsse beantragt werden.

Das neue Krankenhaus soll wohl auf der Parkfläche entstehen, die derzeit vor dem alten Gebäude ist. Die in die Jahre gekommene Klinik soll abgerissen werden, sobald der Neubau steht. Ausreichend Parkplätze für die Beschäftigten und die Besucher soll es weiterhin geben.

Formal muss für den Beschluss zum Neubau der Klinik noch der Kreistag von Limburg-Weilburg abstimmen. Dessen Zustimmung in einer Sitzung Anfang Mai gilt aber als sicher, weil die Fraktionen von SPD und CDU, die grünes Licht für den Neubau gegeben haben, dort eine Mehrheit haben. Sobald die Zustimmung vorliegt, soll die konkrete Planung aufgenommen werden.

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